Sommer in Prag

Diesmal waren wir im Ausland – und das, wo wir gar nicht lange unterwegs waren. Ein Nickerchen im Auto, und schon waren wir da. Ich hab’ gleich gemerkt, dass da etwas anders ist, als bei uns daheim. Im Hotel am Empfang haben sie mich das erste Mal bestaunt. Das war ganz klar zu sehen, schließlich haben auch Menschen eine primitive Körpersprache. Aber statt dem Üblichen “so ein Hübscher, ist der aber süß, wie heißt er denn…” kamen nur unverständliche Laute. Das kenne ich aus dem Urlaub und aus meiner Welpenzeit. Die Menschen sprechen plötzlich ganz anders, wenn man ein Stück fährt. Aber egal, in Prag war man jedenfalls begeistert von mir. Das ging sogar so weit, dass eine fremde Frau meine Menschen gefragt hat, ob sie mich fotografieren darf. So ein Selfie, ihr kennt das sicher. Man schaut gemeinsam mit dem Menschen in ein handy und klick. Das macht den Zweibeinern immer total Spaß, also mache ich ihnen halt die Freude. Aber mit einer Fremden?! Na, sie war dann sehr nett, hat mich gestreichelt und so und gut gerochen hat sie auch. Also von mir aus. Meine Menschen meinten, ich werde jetzt in Japan berühmt – auch recht. Jedenfalls war die junge Frau total glücklich. Ist mir auch noch nicht passiert, sowas. Aber auch sonst hat es mir sehr in dieser Stadt gefallen. Alle waren extrem zuvorkommend – sowohl Zwei- als auch Vierbeiner, total gechillt. Hm, fast alle, aber davon später. Ich habe eine Menge neuer Eindrücke gesammelt und war abends immer fix und fertig. Ist schon anstrengend so ein Städtetrip, aber auch interessant. Was wir alles gesehen haben! Dazu diese Gerüche und die kulinarischen Köstlichkeiten – nicht schlecht. Die Zweibeiner waren ganz begeistert von  der Karlsbrücke. Die fand ich allerdings weniger spannend. Irgendwie auch zu viele Menschen dort. Viel besser war da schon der Rundgang durch die “Kleinseite”. Überall kleine Läden, dazwischen wieder ein Park – sehr schön. In den Geschäften haben mich wieder alle herzlich begrüßt und auf den Wegen kann unsereins immer wieder ein Stück von diesem köstlichen Gebäck finden. Menschen lassen ja beim Essen alles fallen und schlecken nie die Reste auf. So eine Verschwendung. Jedenfalls habe ich den “trdelnik” für mich entdeckt. Hat ziemlich lange gedauert, bis meine Menschen endlich auch kapiert hatten, wie gut das schmeckt. Sie haben dann einen frischen “trdelnik” für uns gekauft. Dieser Duft allein schon! Hat eine halbe Ewigkeit gedauert, bis sie endlich fertig waren und mir meinen Anteil gegeben haben. “Eigentlich ist das süße Zeug nichts für dich” meinten sie, bevor sie mir ein winziges Teilchen zusteckten. Aber selber die riesen Rolle verdrücken… Wir sind dann noch ewig durch die Stadt gelatscht, bis wir alle total ko waren. Dummerweise war das Hotel aber noch sehr weit weg. In der Stadt gibt es da immerhin etwas ganz Praktisches: dort fahren überall Züge durch die Straßen. Das ist schon toll: einsteigen und im Nu ist man wieder im Hotel.

Allerdings war es da drin sehr voll. So viele Menschen sind sogar mir zu viel, obwohl ich eigentlich Zweibeiner mag und die dort auch alle nett waren. Hat aber nicht lange gedauert, dann waren wir am Ziel, war schon ok. Was ich nur blöd fand, war dieses komisches Gitter, was ich ratz fatz wiedermal vor der Schnauze hatte, kurz bevor wir in die Bahn gestiegen sind. Hab mich schon oft gefragt, wozu das gut sein soll. Immer wenn wo richtig viel los ist – in den Bergen in der Gondel oder im Zug oder so – krieg ich das übergestülpt. Ob die meinen, dass ich damit noch besser aussehe? Keine Ahnung. Ich find’s jedenfalls ätzend. Immerhin haben sie das Teil draußen gleich wieder abgemacht und gemeint “sorry, aber ist halt leider Vorschrift”. Na, man muss nicht alles verstehen. Am nächsten Tag stand eine Bootsfahrt auf dem Programm.

Ich hatte schon befürchtet, dass ich wieder mit dem Korb auf der Nase unterwegs sein würde, aber ich hatte Glück. Ich fahre gern Boot. Ein kühles Lüftchen, sanftes Schaukeln, alle meine Menschen um mich rum … der perfekte Platz zum Dösen und Träumen. Irgendwas von tanzenden Häusern, Booten, die wie Schwäne aussehen und Burgen haben die Zweibeiner da erzählt. Oder habe ich das nur geträumt? Nach der Bootsfahrt gab’s ein Eis im Amorino. Sehr zu empfehlen sag’ ich euch! Bevor meine Zweibeiner irgendetwas vor sich hatten, kam schon eine nette junge Dame zu mir auf den Boden und servierte mir ein Schälchen kühles Wasser. Nach einer endlosen Wartezeit kredenzten meine Menschen mir dann endlich ihre Pappbecher. “Extrem lecker und noch dazu bio” hatten sie ständig geschwärmt, während ich vor meinem Wasser saß. Hmmm, sie hatten recht: Nuss und Vanille mit etwas Erdbeere – köstlich! Nach diesen Erfrischungen wollten wir in den einen oder anderen der bekannten Gärten in Prag. Boah, hab’ ich mich da geärgert: Überall sind wir nur bis zum Einganstor gekommen. Dahinter sah’s total schön aus, aber wir durften nicht rein. In den Wallenstein-Gärten wollten wir am Vorplatz warten, weil ein paar von den Zweibeinern dann allein reingegangen sind. Da kommt so ein Typ in Uniform und redet auf meinen Menschen ein. Ich hab kein Wort verstanden, mein Mensch zum Glück schon. Die beiden haben heftig diskutiere, aber am Ende standen wir doch auf der Straße. “Wenigstens entschuldigt hat sich der Typ von der Security” meinte mein Mensch. Mir wurscht, jedenfalls mussten wir dann auf der staubigen Straße rumstehen, nervig. Zum Glück war das meine einzige schlechte Erfahrung in Prag. Ansonsten, wie gesagt: sehr empfehlenswert für Vierbeiner. Gemeinsam sind wir noch durch die riesige Burganlage geschlendert und haben eine Klosteranlage besichtigt (natürlich durfte ich nirgends innen rein, aber das ist ja überall so). Hinter dem Kloster beginnt dann eine große Parkanlage, und wisst ihr was das Beste ist? Dort dürfen wir rein! Und nicht nur das: es gibt sogar Wiesen, auf denen wir ohne Leine flitzen dürfen. Für die Zweibeiner steht dort noch ein Minieiffelturm und ein Spiegelkabinett. Keine Ahnung, was das alles soll, aber in das Spiegelkabinett ist mein Lieblingsmensch rein, und ich musste mit jemand anderem aus unserer Gruppe draußen warten. Hab dann mal allen kundgetan, wie bescheuert ich das finde. Aber der Park war cool. Nach einem kleinen Spaziergang waren wir auch schon wieder im Kloster, wo die Menschen sich ein Abendessen gegönnt haben. Ich hab’ natürlich außer paar Keksen und einer Schale Wasser wieder nichts gekriegt. Mein Napf steht immer im Hotelzimmer. Der war dann auch gut gefüllt, nach so einem anstrengenden Tag. Meine Menschen meinten auf der Heimfahrt, das nächste Mal schauen wir uns in Prag den Zoo an. Der soll ganz toll sein, und ich darf auch mit. Find ich gut, ich mag Tiergärten.

Aber jetzt ist erstmal Sommer, Sonne, Hundeeis daheim angesagt.

Nach Prag sollte man unbedingt mitnehmen:

Den europäischen Heimtierausweis (mit aktueller Tollwutimpfung!) einen Maulkorb (für öffentliche Verkehrsmittel) und Kotbeutel (es gibt zwar hier und da “Hundeklos” aber nicht an jeder Ecke.

Unterkunft:

In Prag gibt es viele hundefreundliche Hotels sowohl mitten in der Innenstadt, als auch außerhalb. So sind z.B. in den AVE-Hotels Vierbeiner sehr willkommen.

Öffentliche Verkehrsmittel:

In der Straßen- und U-Bahn fahren Hunde kostenlos mit. Allerdings herrscht dort Maulkorbpflicht. Zwar halten sich nicht alle Tschechen daran, aber als Tourist ist man auf der sicheren Seite, wenn man wenigstens einen Maulkorb dabei hat. Auf den vielen Booten, mit denen man Rundfahrten auf der Moldau machen, Ausflüge unternehmen oder im Linienverkehr zum Zoo fahren kann, reicht es, wenn man einen Maulkorb dabei hat – für alle Fälle.

Leine, Maulkorb oder ganz “ohne”?

Im Stadtzentrum sind uns viele Hunde begegnet -alle trotz des Getümmels sehr entspannt. Es versteht sich eigentlich von selbst, dass man die Vierbeiner hier anleint. Maulkörbe sahen wir nirgends. In den Parks (z.B. auf dem Petrin) gibt es zum Teil gekennzeichnete Freilaufflächen, dann wieder Grünflächen, die gar nicht mit Hund betreten werden dürfen oder Wiesen, auf denen der Hund angeleint sein muss. Einfach an den Hinweisschildern orientieren.

Essen und trinken:

Unsere Erfahrung: auch der Hund ist gern gesehener Gast. Das gilt bestimmt auch in Prag nicht überall, aber mit Sicherheit lässt sich für jeden Geschmack etwas finden. Von Noah getestet und für gut befunden:

Prazska Cokolada http://www.praguechocolatebistro.com/

Amorino http://www.amorino.com/de/boutique/prag.181.html

Klosterschänke und Restaurant auf dem Gelände des Klosters Strahov beide u.a. mit typisch tschechischen Gerichten.

Sightseeing:

Auf der Prager Burg, im Kloster Strahov und auf dem Petrin sind Hunde so gut wie überall erlaubt und gratis – mit Ausnahme der Innenräume und leider auch des “Goldenen Gäßchens”. Die Karlsbrücke ist nur etwas für Hunde, die mit Menschenmengen kein Problem haben. Alternativ kann man sehr früh morgens oder spät abends Glück haben, sodass dort etwas weniger Trubel herrscht. Im Zoo sind Hunde erlaubt, dürfen aber leider ausgerechnet hier nicht mit in die Restaurants.

Shopping:

Zumindest in den kleinen Läden mit Marionetten, Keramik und ähnlichem werden Hunde sogar freundlich begrüßt. Große internationale Ketten haben wir nicht getestet.

Frühlingsabend in Erding

“Was für ein toller Frühlingstag, da muss ein Eis her” war heute O-Ton meines Menschen, als wir gerade einen anstrengenden Kurs zum Thema “Nasenarbeit” in Steinhöring hinter uns hatten. Tja, und schon ging’s nicht heim ins gemütliche Hotelzimmer, sondern weiter nach Erding.

Dort gibt es nämlich Eisdielen an jeder Ecke. Mein Mensch hat sich gleich an der Hauptstraße zwei Kugeln genehmigt. Die untere war Nougat – sehr lecker, wie ich später selbst feststellen konnte (den Rest von der Waffel bekomme ich nämlich immer). Wo wir schon mal da waren, haben wir uns den Ort gleich noch angeschaut. Hat uns recht gut gefallen. Breite Gehwege an denen ich mal zur Abwechslung meine Nase ganz ohne Arbeit sondern nur zum Spaß und Genuss benutzen konnte, dazu ein Park hinter der Stadtmauer.

Die Fußgängerzone war auch ganz schön: kein Gedränge und Geschiebe, dafür viel Platz für mich an der langen Leine, und interessante Schaufenster für die Zweibeiner. Das mit den Geschäften war natürlich wieder so eine Sache: bei “Tante Frida” hätte ich vielleicht ein Stofftier bekommen (ist zwar ein Laden für Kleinkinder, aber die stecken ja bekanntlich genau wie wir auch alles in den Mund). Daraus wurde aber nichts, weil ich wiedermal nicht rein durfte. Kinder dürfen in solchen Läden ja immer alles anpatschen, und ich darf nichtmal ruhig dasitzen. Ungerecht. Auch im “Gewandhaus Gruber” ist unsereins nicht erwünscht. Ich interessiere mich zwar eh nicht für Klamotten, aber mein Mensch hätte schon mal schnell einen Blick auf die Pullover geworfen.

“Gut, dann eben nicht, bestell’ ich halt im Internet” war der Kommentar. Ist mir eh lieber, das Zeug kann sie gerne ohne mich kaufen. Viel netter war man da in der “Gruberei” zu mir. Kein Wunder, wo’s so lecker duftet, können nur nette Menschen kochen. Jedenfalls hat der Kellner mich gleich an der Tür begrüßt und ganz erstaunt gesagt “Hunde sind bei uns kein Problem, natürlich nicht”. Sehr sympathisch der Typ. Auch im Buchladen konnten wir uns entspannt umsehen. Das absolute Highlight des Stadtbummels war aber, dass ich festgestellt habe, dass man in Erding ein Geschäft nach mir benannt hat! “Noahs Arche” – toll.

Natürlich wurde ich dort ausnehmend freundlich begrüßt, und es hat sehr sehr interessant gerochen. Zwar nicht nach Essen, aber durchaus spannend. Irgendwelche Öle und sowas haben sie da. Die Menschen haben sich etwas unterhalten und Postkarten gekauft, ich habe mich daweil auf dem Teppich ausgeruht, denn langsam wurde ich wirklich sehr müde. Danach sind wir aber auch nach Hause gefahren. Na ja, nicht ganz nach Hause. Nach Walpertskirchen in den Zehmerhof. Dort ist unsereins auch sehr willkommen – sowohl die Zwei- als auch die Vierbeinder dort sind sehr freundlich. Bei der Gassirunde wurde ich vom Haushund höflich begrüßt und auch die Katze war ganz nett. Zum Frühstück darf ich nicht nur mit, sondern werde zudem noch jedes Mal gelobt, wie toll ich mich benehme. So, jetzt bin ich aber wirklich ko. Gute Nacht und bis zum nächsten Mal!

Info und links:

In Erding kann man gleich neben der Hauptstraße gratis parken und mit der S-Bahn nach München fahren.

Highlight in Erding ist die Therme, in die Hunde aber natürlich leider nicht mit dürfen.

Direkt gegen über vom Bahnhof liegt das Best-Western-Plus Parkhotel, in dem Haustiere willkommen sind.

Ca. 15 Autominuten von Erding entfernt in Walpertskirchen befindet sich das Gästehaus “Zehmerhof”. Hier gibt es geräumige Einzel-, Doppel- und Familienzimmer, die mit einer Kochnische und Kühlschrank ausgestattet sind. Direkt daneben ist der EDEKA mit eigener Metzgerei. Im Zehmerhof gibt es kein Restaurant, aber ein sehr gutes Frühstück und eine Kaffee- und Tee-Theke, an der man sich immer bedienen kann.

 

 

 

Hunde verboten

Hallo,

“Gärtner müssen draußen bleiben” – verrückte Vorstellung so ein Schild an einem Geschäft oder Restaurant, stimmt’s? Unverschämt, diskriminierend, undenkbar. Obwohl es dafür gute Gründe gäbe. So ein Gärtner hat schließlich nicht nur Reste von allem Möglichen an seinen Schuhsolen (unhygienisch ohne Ende), sondern stellt auch ein echtes Risiko für Allergiker dar: Blumen-, Gräser- und Getreidepollen – all das trägt er in Haaren und Kleidung mit sich herum und gefährdet so seine Mitmenschen. Trotzdem: nie wird es ein derartiges Verbot geben. “Hunde müssen draußen bleiben” erscheint aber allen völlig normal. Wieso eigentlich?

Warum ich mir über so etwas Gedanken mache? Ganz einfach: das wichtigste im Leben (außer essen natürlich) ist für mich, immer bei meinen Menschen zu sein. Dafür nehme ich einiges auf mich: mit Maulkorb und kurzer Leine steige ich in vollgestopfte Gondeln, um auf Berggipfel zu schweben, über endlose Metallgitter marschiere ich mutig auf schwankende Boote, ich lasse mich über Rolltreppen tragen und liege “scheintot” zwei Stunden unter einem Tisch im Restaurant. Und das, obwohl ich anfangs sogar im Auto Panikattacken bekam. Bin schließlich ein Sozialfall aus dem Tierheim – da kennt man nichts außer seinen vier Wänden, aber wo ein Wille ist, ist ein Weg.

Manchmal tun mir meine Menschen allerdings richtig Leid: sie stehen dann mit langen Gesichtern vor einer Tür mit einem Schild, auf dem ein Hundebild drauf ist. “Hunde verboten” sagen sie dann ziemlich entnervt. Und im gleichen Atemzug: “Tja, wenn die unseren Hund nicht mögen, dann kriegen sie auch nicht unser Geld.” Da sind sie konsequent, das muss ich ihnen lassen.

Kürzlich wollten sie z.B. in einen Teeladen. Dort gab’s wohlgemerkt keine offenen Tees – alles nur abgepackt. Kaum hatten sie einen Fuß über die Schwelle gesetzt, stürmte schon eine Verkäuferin auf uns zu: “den Hund müssen Sie aber draußen lassen”. Was glaubt die denn? Wer draußen blieb, waren meine Menschen. Sie würden mich nie wehrlos vor einem Geschäft zurücklassen. Stattdessen sind sie auch nie mehr reingegangen – weder mit mir noch ohne mich. Nun ist Tee ja nichts anderes als getrocknete Pflanzen. Meine Menschen sind vom Fach und wissen, was aus dem Tee so alles raussortiert wird, bevor er in bunte Tüten mit viel Plastik außen rum abgepackt wird: Erdklumpen oder Vogeldreck zum Beispiel. Ist ja auch nicht dramatisch, kommt ja dann heißes Wasser drauf. Aber ich im Teeladen – das ist zu unhygienisch (zumindest war das die Begründung der Dame an der Tür). Meine Menschen haben das lange diskutiert, und auch ich habe eingehend darüber nachgedacht. Ohne vernünftiges Ergebnis allerdings.

Im Hotel hatten wir auch mal ein Problem: ich bleibe nicht gern allein in fremden Zimmern. Also begleite ich meine Menschen zum Frühstück. Fast immer jedenfalls. In der angeblich so hundefreundlichen Stadt Berlin war das nicht möglich. Da hieß es – genau, ihr ahnt es sicher schon – “zu unhygiensch”. 12 Frühstücke weniger für die Unterkunft. Drei Tage lang gingen wir dann nämlich in ein Café gegenüber. Bei der Gelegenheit stellten meine Menschen gleich fest, dass das Essen dort besser, billiger und bio war. Das Spannende an dem Hotelrestaurant war aber, dass sich niemand daran störte, dass die automatische Tür zur Hauptstraße direkt gegenüber vom Buffet war. Jeder, der reinkam, brachte einen Luftschwall Straßenstaub mit und klopfte sich die Füße 5 Meter vor dem Buffet ab (es war Mistwetter). Dann noch Kinder, die über das Essen niesten und in den Semmeln (“Brötchen” für Nicht-Bayern) wühlten. Dazu der Typ mit dem Raucherhusten (oder war’s doch offene TBC?). Aber: alles offenbar viel hygienischer als ein unter dem Tisch liegender Hund. Jetzt werdet ihr euch fragen, “woher weiß der das alles, wenn er doch gar nicht in den Frühstücksraum durfte”? Ganz einfach: um vom Lift zum Ausgang zu kommen, musste man am Buffet vorbei und durch alle Tische durchlaufen. Das taten wir drei Tage lang, um zu “unserem Lokal” zu kommen. Dabei habe ich all das beobachtet.

In der Apotheke kann man auch einiges erleben. Wo wir oft nicht rein dürfen (die Hygiene!), ist sonst jeder willkommen: der Landwirt frisch aus dem Stall, dem der Kuhmist noch von den Gummistiefeln fällt, das Kleinkind, von dessen Scharlacherkrankung Mutti detailliert berichtet, während es mit den eben noch abgelutschten Händen den Tresen betatscht (anschließend wurde die halbe Apotheke desinfiziert), und der arme Kerl, der so trinkt, dass man schon von seiner Fahne einen sitzen hat. Alles kein Thema, aber die Vierbeiner … zu unhygienisch, zu dreckig.

Das habe ich zwar alles nicht mit eigenen Augen gesehen, aber meine Menschen erzählten sehr glaubhaft davon.

Wenn das Hauptargument “Hygiene” mal nicht so zieht, dann heißt es oft “Allergiegefahr”. Leider stimmt das: je größer der allgemeine Hygienefimmel, desto mehr Allergiker gibt es. Trotzdem habe ich noch nie einen Hundehaar-Allergiker getroffen, der nur durch meine Anwesenheit in Atemnot geraten wäre. Dann wäre ich natürlich schleunigst verschwunden. Aber nur für den Fall, dass da jemand sein könnte … ?!

Ich habe leider das Gefühl, dass das alles vorgeschobene Gründe sind. Keiner verbietet zum Beispiel angeheiterten Fußballfans den Zutritt zur Straßenbahn, auch wenn alle anderen Fahrgäste schon fester nach der Hand ihrer Kinder greifen oder sich in irgendeine Ecke drücken. Niemand sagt “lassen sie ihr Kleinkind draußen”, auch wenn die Verkäuferin bereits ahnt, dass das süße Mädchen gleich mit Schokoladenhänden nach den teuren Blusen greifen wird. Auch der hustende und schniefende Restaurantgast wird nicht hören “das ist nun wirklich zu unhygienisch, lassen Sie sich ihr Essen aufs Zimmer bringen.”

Nur mit uns, da kann man’s ja machen. Wir sind ja nur Hunde. Schade eigentlich. Meine Menschen wären bereit, im Museum oder im Zoo den gleichen Eintrittspreis zu zahlen wie für einen Erwachsenen. Sie würden auch eine Kaution an der Kasse hinterlegen, falls ich was anstelle. Wir würden auch gemeinsam die Begleithundeprüfung oder/und den Hundeführerschein machen, wenn uns das Zutritt in Ausstellungen oder Geschäfte verschaffen würde. Und ich, ich würde mir überall einen Maulkorb verpassen lassen, wenn ich nur mit dürfte.

Wie ihr seht: wir hätten viele Ideen und wären bereit, einiges zu tun, um möglichst viel gemeinsam erleben zu können.

Hoffentlich verstehen bald immer mehr Geschäftsleute und Veranstalter, wie viele nette Besucher (und wie viel von dem Geld, auf das die Menschen doch so scharf sind) ihnen entgehen, wenn sie ohne “wenn und aber” sagen “Hunde verboten”.

Bis dahin kann ich euch nur folgende Tipps geben:

  • Gewöhnt euch rechtzeitig an einen Maulkorb. Natürlich muss der perfekt sitzen, und vielleicht lasst ihr ihn euch am Anfang mit etwas Leberwurst versüßen.
  • Besucht mit euren Menschen einen Leinenführigkeitskurs. So wie manche ihre(n) Liebste(n) durch die Fußgängerzone zerren, werden ja auch wir oft durch die Gegend geschleift (okay, okay, manchmal hängen auch wir uns ins Geschirr). Entspanntes “Händchenhalten” bzw. “Leinenbaumeln” ist da allemal besser.
  • Ich bin ja nicht der Typ, der sich gerne hinsetzt oder -legt. Aber meine Menschen bestehen manchmal drauf, und ich mache das jetzt auch. Mit guten Manieren kommt man einfach weiter. Im Gegenzug schleppen sie meine Lieblingsdecke überall hin mit. Die brauche ich, um zu entspannen. Außerdem sieht das gepflegter aus. Man hat ja Stil.
  • Bringt eure Menschen dazu, nicht nur für sich, sondern auch für euch eine Haftpflichtversicherung abzuschließen. Man weiß ja nie …
  • Last but not least: informiert euch rechtzeitig – bei Freunden, im Internet oder auch auf meiner Seite “www.bayern-mit-hund.der” – wo wir willkommen sind. Erspart allen viel Ärger und Enttäuschungen. So ist der Zoo Leipzig zwar wunderschön, aber wir dürfen dort keine Pfote reinsetzen. Gemeinsam waren wir dann im Zoo von Hannover. Der ist mindestens genauso toll, wir sind willkommen und dürfen – entsprechende Manieren (siehe oben) vorausgesetzt – fast überall mit hin. Beim Baumwipfelpfad im Bayerischen Wald ist es ähnlich: im Nationalpark will man von uns nichts wissen, in St. Engelmar werden wir freundlichst begrüßt. Und in Regensburg gehen wir jetzt nicht mehr in den Teeladen, sondern in den Hundekeksladen. Dort darf ich sogar selbst an der Theke wählen.

Zum Schluss noch eine Bitte an euch: habt ihr auch “Insidertipps”, wo man Hund und Mensch schöne gemeinsame Freizeitaktivitäten ermöglicht? Orte bzw. Veranstaltungen, von denen man das vielleicht nicht sofort vermutet? Dann schreibt mir! Ich freue mich über alle Hinweise, werde so viele wie möglich selber testen und auf meinem Blog darüber berichten.

Euer Noah

 

 

 

 

Christkindlmarkt ist nichts für uns !?

Jetzt liest man es ja wieder überall: “lasst eure Hunde daheim, wenn ihr auf den Weihnachtsmarkt geht”, “Hunde zu Christkindlmärkten mitzunehmen ist Tierquälerei” und so weiter und so fort.

Natürlich fragt uns wiedermal niemand, was dazu sagen. Vielleicht möchten wir auch gerne in Adventsstimmung kommen? Aber dass “Hund” auch romantisch wird, wenn die “staade Zeit” kommt, können sich die Menschen wahrscheinlich eh nicht vorstellen. Dieserunverwechselbare Duft nach Bratwürstchen, frischen Waffeln, heißen Maroni… Ich liebe es! Dazu kommt ja, dass es meistens nicht beim Duft allein bleibt. Menschen sind ja unheimlich verschwenderisch: fällt etwas auf den Boden, lässt man es einfach liegen.

Aber dafür habt ihr ja uns.10818309_10152961792234289_2010452389563903154_o

Klar, ich habe auch keine Lust abends über den Nürnberger Christkindlmarkt zu gehen. Ausschau nach Essensresten bräuchte ich da nicht zu halten. Dazu der Lärm und die ganzen Betrunkenen. Grauenhaft. Aber da sind wir zum Glück alle einer Meinung. Meine Menschen mögen’s auch ruhig und entspannt und nicht laut und glühweinselig.

Ich rede und rede, und ihr wartet wahrscheinlich schon die ganze Zeit darauf, wann ich euch endlich erzähle, wie wir zu unseren geruhsamen Weihnachtsmarkbesuchen kommen.

Also, ich habe da drei ganz heiße Tipps für euch:

Beim Schrazl-Weihnachtsmarkt im LBV-Zentrum Nößwartling am ersten Adventssonntag ist zwar immer viel los, aber es ist nicht laut, Hunde sind willkommen und man kann von Arnschwang (oder auch von Furth im Wald aus) einen schönen Spaziergang dorthin unternehmen. Draußen gibt’s verschiedene Stände, ihr könnt auch mal bei den Eseln und Ziegen vorbeischauen…alles ganz entspannt und etwas “öko” – wie’s unsereins gerne mag.

Immer einen Besuch wert ist auch der Weihnachtsmarkt am Waldwipfelweg in Maibrunn. Er findet an jedem Adventswochenende von Freitag bis Sonntag statt. Vom Waldwipfelweg habe ich euch ja schon im Frühling erzählt. Im Advent gibt es dort viele kleine Buden mit Handwerk und gutem Essen. Das Ganze liegt im Wald, sodass man Waldspaziergang und Christkindlmarkt in einem genießen kann. Sehr romantisch, nicht überlaufen und ein Paradies für die Genießer unter euch! Die Menschen schwärmen zudem von der wunderbaren Aussicht, der herrlich “überzuckerten” Landschaft und der romantischem Beleuchtung. Das ist für unsereins zwar weniger spannend, aber Hauptsache, das ganze Rudel kommt auf seine Kosten.1518561_10152134893014289_1680925182_o

Zu guter Letzt muss ich gestehen: ja, ich stürze mich auch jedes Jahr in den Trubel und besuche den Regensburger Christkindlmarkt. Und: nein, das ist nicht tierschutzrelevant, sondern macht total Spaß. Der Trick daran ist nämlich: wir gehen immer Sonntag am zeitigen Vormittag. Die meisten Menschen schlafen da wohl noch oder frühstücken ewig lang. Jedenfalls gibt’s da weder Betrunkene noch laute Musik. Wir bummeln in aller Ruhe durch die Stadt und schauen uns den Kunsthandwerkermarkt am Haidtplatz und den “normalen” Christkindlmarkt rund um die Neupfarrkirche an. Bei dieser Gelegenheit habe ich gleich im ersten Jahr meinen Menschen klar gemacht, dass nicht nur sie heiße Maroni lieben. Zum Glück haben sie das ziemlich schnell kapiert. Ich freue mich jetzt schon wieder auf handwarme, geschälte und frisch geröstete Esskastanien! Probiert sie auch mal. Sollen ja zudem recht gesund sein.

In diesem Sinne: einen schönen und vor allem ruhigen Advent allen Vier- und Zweibeinern!

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Ein ganz heißer Tipp bei Montezumas Rache

Nicht nur bei den Menschen ist Durchfall auf Reisen genauso häufig wie gefürchtet. Auch unsereins erwischt’s da ja immer wieder mal. Sowas kann echt lästig sein und peinlich dazu, wenn man nicht in den sicheren eigenen vier Wänden ist. Ein ganz heißer Tipp ist da die Morosche Karottensuppe. Die schmeckt nicht schlecht und hilft fast immer. Außerdem hat sie keine Nebenwirkungen und eure Menschen können sie problemlos herstellen. Gelbe Rüben gibt’s schließlich fast überall. Alles zu diesem Geheimrezept findet ihr unter:

http://www.erste-hilfe-beim-hund.de/cgi-php/rel00a.prod/joomla/Joomla_1.6/index.php/morosche-karottensuppe

Quelle: www.erste-hilfe-beim-hund.deMoro'sche Karottensuppe

Ausflug zum Arber im Spätherbst

Im Juli habe ich euch ja schon mal vom Arber erzählt. Damals sagte ich, dass der Aufstieg für unsereins etwas fad war. Breite Wanderwege, die eher Forstwegen gleichen, sind halt nicht wirklich spannend. Heute war das Ganze schon cooler: Wir sind über die Skipiste raufgegangen. Das heißt, gegangen sind meine Menschen, ich bin gelaufen. Genau, richtig gelesen: ich durfte ohne Leine über die Bergwiesen flitzen. Normalerweise ist das verboten: im Sommer, um die Blumen und Gräser zu schützen und im Winter wegen der Skifahrer. Aber heute war’s erlaubt. 20161031_131116

Der Clou kommt aber noch: alles voller Hunde-Lakritz! Hasenkot oder so sagen die Menschen dazu, aber die wissen eh nicht was gut ist. Auch sehr angenehm war, dass um diese Jahreszeit unter der Woche nicht viel los ist. So konnte ich ungehindert alles erkunden, andere Hunde begrüßen und mit Paula, der vierbeinigen Wirtin vom Berghaus Sonnenfels eine Runde rennen. Auf dem Rückweg vom Gipfel sind wir dann auch dort eingekehrt. Meine Menschen waren begeistert und haben von hausgemachter Speckknödelsuppe und frischem Kaiserschmarrn geschwärmt.

Ich hatte in der Zeit etwas Grundsätzliches mit Paula zu klären: ich finde die Dackeldame ja wirklich nett, aber meinen Tisch braucht sie gar nicht erst anzuschauen. 20161031_141531Da sitze ICH und MEINE Menschen. Sie war da anderer Ansicht: alle Tische hier gehören ihr und so weiter. Unsere Menschen mussten sich dann gleich wieder einmischen: “jaja, so sind sie halt, die Terrier” meinten meine und “der frechste Dackel, den wir je hatten” sagten ihre. Immerhin in einem Punkt waren wir uns alle einig: wir werden Paula im Winter wieder besuchen. Wird sicher wieder lustig.

 

Infos:

Zu einem Ausflug zum Arber sollte man mitnehmen:

  • einen Maulkorb (zur Sicherheit für die Gondel)
  • ein Geschirr mit Schleppleine (falls der Hund nicht sehr gut abrufbar ist und im Wald frei laufen kann)
  • eine 1-€- und eine 2-€-Münze (auf den Parkplätzen gibt es Automaten, die nicht wechseln!)
  • Hundekotbeutel (wir haben keine Hundetoiletten gefunden)
  • evtl. Brotzeit/Wasser für Zwei- und Vierbeiner.

Anfahrt und Parken:

Von Lam kommend Richtung Bayerisch Eisenstein (St2154) biegt man ca. 7km vor Bay. Eisenstein auf die Brennesstraße nach rechts ins Arbergebiet ab (gut ausgeschildert). Zum Aufstieg auf den Gipfel über den breiten Weg vom Brennes aus parkt man am besten ziemlich am Anfang des lang gestreckten Parkplatzes neben der Straße (auf Höhe der Skischule). Der Weg zum Gipfel beginnt auf der gegenüberliegenden Straßenseite und ist ausgeschildert.

Links:

Arberregion: www.arber.de

Berghaus Sonnenfels: http://www.arber-sonnenfels.de/

Dogtoberfest Spiegelau

Anfang Oktober war ich auf dem “Dogtoberfest” in Spiegelau mit meinen Menschen. Der Name hat mich zuerst schon etwas verunsichert. Ich habe nämlich gehört, dass das Oktoberfest so ziemlich das Letzte ist, wo Hund hin will: Lärm und Betrunkene überall. Schrecklich! Aber meine Sorgen waren unbegründet. Es gab weder Alkohol im Überfluss noch Radau. Nur etwas Musik, aber das ist schon ok.

Leider war’s auch eiskalt. Aber mitterweile kenne ich das ja: ” ein halbes  Jahr Winter, ein halbes Jahr kalt, das ist das Klima im Bayerischen Wald”.

Ansonsten hat es uns aber sehr gut gefallen. Nachdem das Ganze (heuer schon zum zweiten Mal) von “Fleischeslust” veranstaltet wurde, gab es natürlich die leckersten Sachen im Überfluss. Ich habe hier und da ein Pröbchen und einen Keks abgestaubt, und meine Menschen haben groß eingekauft. Irgendwas von tollem Rabatt habe ich gehört. Was auch immer das sein mag. Jedenfalls waren sie so im Kaufrausch, dass wir sogar den Katzen etwas mitgebracht haben.

Die vielen Stände fand ich jetzt eher fad, das ist was für Menschen. Die haben in Leinen, Halsbändern und Jacken gewühlt und jede Mengen Kataloge eingesteckt. Für mich hieß es in der Zeit warten.  Aber manchmal ist ein Keks über den Ladentisch gewandert, oder man hat meine Schönheit bewundert. Nicht dass ich eitel wäre, aber ab und zu tut sowas doch ganz gut.

Zwischendurch haben wir uns ein paar Veranstaltungen angeschaut. “Dog-Diving” zum Beispiel. Da war so ein irrer Champion, der hat sich doch tatsächlich – noch dazu bei der Eiseskälte – von einem Sprungbrett aus in ein Swimmingpool gestürzt! Jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise. Ich meide ja Wasser, wo es nur geht. Bin ja schließlich ein Hund und kein Fisch! Aber der…und das bei 8 Grad.

Falco und seine Freunde haben mir da schon besser gefallen. Die wohnen bei Lukas. Der ist noch ganz jung, und macht jede Menge Quatsch mit seinen Hunden. Die tanzen sogar zusammen. Da ging mir als Spanier natürlich das Herz auf! Sowas machen meine Menschen nie mit mir. Aber nicht, weil ICH das nicht könnte, nein, weil sie’s nicht hinbekommen. Vollkommen unmusikalisch. Aber durch Reifen gesprungen bin ich auch schon. Nicht so formvollendet wie Falco, aber immerhin.20161008_130938

Müsst ihr gesehen haben. Die zwei kleinen Terrier vom Film fand ich auch ganz lustig. Die haben sich sogar gegenseitig in einem Wagen herumgefahren. Sah nach ganz viel Spaß aus. Aber angeblich müssen die auch arbeiten. TV-Werbung für eine Bank zum Beispiel. Ich weiß nicht, ich habe nicht immer Lust auf Arbeit. Es gibt Tage, da ist mir eher nach chillen.

Für ganz Sportliche gab’s auch noch dogtrekking. Da laufen Mensch und Hund kilometerlang durch den Wald. Hm, ob meine Menschen das schaffen würden? Ich bin ja ein durchtrainierter Typ, aber die? Ich weiß nicht. Wir haben es jedenfalls gar nicht erst versucht.

Warum ich euch das alles erzähle? Weil ich gehört habe, dass es nächstes Jahr vielleicht wieder so eine Hundeparty gibt, und ich euch solche Veranstaltungstipps natürlich weitersagen muss.

Links:

Dogtoberfest: http://www.dogtoberfest.bayern/

Fleischeslust Tiernahrung: http://www.fleischeslust-tiernahrung.de/shop_de/

Falco: http://discdogfalco.jimdo.com/

Lucas und Falco: http://www.school-of-dog.at/

 

 

Gut Aiderbichl Deggendorf

So ein Gnadenhof wie Gut Aiderbichl ist natürlich für alle, die dort wohnen sehr schön. Aber nicht nur für die – auch für unsereins ist ein Besuch dort Spaß pur. Da gibt es vor dem Schlachter gerettete Schweine und Kühe, “ausgediente” Polizeipferde, Esel, Ziegen, Katzen und Hunde, die keiner mehr haben wollte und allerhand Kleingetier von der Taube bis zum Meerschweinchen.  Die Katzen haben sogar ein eigenes Haus, das sie – snobistisch veranlagt wie sie sind – “Katzenvilla” nennen. Wir sind dort natürlich nicht willkommen. Aber egal: die Minitiger spazieren sowieso völlig respektlos auf dem ganzen Gelände herum und suchen sich die unglaublichsten Schlafplätze. Man stelle sich vor, ein Hund würde in einem Korb mit Glückskeksen schlafen! Da würde der netteste Tierschützer ausrasten. Aber Katzen dürfen das natürlich.20160727_172537

Sehr begeistert haben mich die Ziegen: die sind auch überall unterwegs und lassen ständig köstlich frisches Hunde-Lakritz unter sich. Lauwarm ein Genuss! Die Menschen quieken natürlich ständig “igitt, pfui, lass das, wie kann man nur, …”. Scheinheilig sind die, das glaubt man nicht. Essen doch selber mit dem größten Appetit so schwarzes Zeug, von dem sie als “Bärendreck” schwärmen. Wie der wohl schmeckt? Durfte ich noch nie probieren. Aber der eine oder andere Pferdeapfel auf dem Weg ist auch sehr fein.

Obwohl wir Hunde sehr willkommen sind und auch keinen Eintritt zahlen müssen, traut man uns doch nicht so 100%: wir müssen an der Leine bleiben. Das ist aber nicht weiter schlimm. Zum einen, weil man – wie schon erwähnt – gut beschäftigt ist mit den ganzen Köstlichkeiten auf dem Weg, und zum anderen, weil es für uns extra umzäunte Hundewiesen gibt. Dort dürfen wir frei laufen, in einem kleinen Tümpel planschen und mit anderen Hunden spielen. Solltet ihr euer Spielzeug nicht dabei haben: in den kleinen Holzkästchen auf der Hundewiese gibt’s Bälle und Co. zum Ausleihen. Auch diese kleinen Tütchen, mit denen die Menschen so begeistert unsere Hinterlassenschaften einsammeln, findet man dort.

Im Biergarten genießen die Zweibeiner dann Kuchen, Torten oder vegetarische Gerichte, während wir Pferdeäpfel und Ziegenlakritz verdauen.20160727_174855

Infos und links:

Der Eintritt ist für Hunde kostenlos, Kinder zahlen 3,50€, Erwachsene 7€.

Hunde müssen grundsätzlich an der Leine geführt werden, es gibt aber sehr schöne umzäunte Freilaufflächen. In der Katzenvilla sind Hunde nicht erlaubt, sonst überall. Auch wenn es nie falsch ist, Hundetütchen dabeizuhaben: an der Hundewiese gibt es auch eine Hundetoilette.

Führungen durch den Gnadenhof werden immer wieder im Lauf des Tages angeboten und sind im Eintrittspreis enthalten.

Auf Gut Aiderbichel gibt es grundsätzlich nur vegetarische und vegane Gerichte bzw. Kuchen und Torten.

Eine Anfahrtsbeschreibung und alle Links findet man auf der Internetseite von Gut Aiderbichl.

Gut Aiderbichel Deggendorf ist kleiner als Gut Aiderbichel Henndorf bei Salzburg, aber trotzdem einen erholsamen Ausflug wert. Auch in Henndorf sind Hunde übrigen sehr willkommen, und es gibt dort einen umzäunten Hundepfad, auf dem Freilauf möglich ist.

 

Cave Gladium Furth im Wald – 19.-21.8.2016

Am 19. August ist es wieder so weit: Mittelalterliches Lagerleben in Furth im Wald! Party pur! Jetzt höre ich schon die entsetzten Schreie besorgter Tierschützer “zu laut, zu heiß, zu viele Menschen … nichts für Hunde!” IMG_1426Lasst euch nicht verrückt machen: mal abgesehen davon, dass Spaß haben nicht immer gesund ist – gewusst wie, ist hier das Zauberwort. Wir gehen da natürlich nicht am Nachmittag bei schönem Wetter hin. Klar, da kriegt man in der Gluthitze vor lauter Zweibeinern die Nase nicht mehr auf den Boden. Nachts ist es zwar besser, aber auch nicht optimal. Die Menschen schwärmen dann zwar immer von der tollen Stimmung und dass alles so “echt” aussieht (kapier ich nicht – klar ist das echt), aber es ist halt immer noch ziemlich viel los._MG_1384

Am Vormittag müsst ihr raus. Der frühe Hund findet die Wurst, oder so ähnlich. Ja, zu finden gibt’s da einiges: köstlich nach Grillfett duftende Holzstreu zum Beispiel, Spuren von Bratensoße im Gras und jede Menge Wurst- und Fleischbrocken, die dem einen oder anderen betrunkenen Besucher am Vorabend runtergefallen sind. IMG_1465Ein Fest! Aber das ist noch nicht alles. Morgens sind die Leute, die in den Buden stehen noch total entspannt und freuen sich über meinen Besuch. Da lässt sich das eine oder andere Leckerchen abstauben, wenn man den Kopf nett schief legt, aber das muss ich euch ja nicht erklären. Ein paar ziemlich coole Hunde habe ich dort auch schon getroffen. IMG_1464Junges Gemüse, mit dem man wie wild über den Platz jagen konnte, ältere Herrschaften, die gechillt in der Sonne lagen und einen Kumpel von der Hundewiese. Die haben da zum Teil sogar draußen übernachtet. Im Zelt. Sah aber irgendwie kalt und ungemütlich aus. Tagsüber liege ich ja gern im warmen Gras, aber abends geh ich dann doch lieber nach Hause aufs Sofa. Bis demnächst beim Cave Gladium! Man sieht sich.IMG_1389

Infos und links:

http://www.cave-gladium.de/

http://www.furth.de

 

Eintrittspreise und Öffnungszeiten: Hunde und kleine Kinder sind gratis, Tagestickets kosten 4-5€, ein Ticket für alle 3 Tage 9€. Das Lager hat am Freitag ab 12 Uhr für Besucher geöffnet, am Wochenende bereits ab 10 Uhr.

Hundekottüten unbedingt mitnehmen! Es gibt genug Abfalleimer, aber – historisch korrekt – so gut wie kein Plastik. Hinterlassenschaften nicht aufzusammeln wäre dort eine echte “Schweinerei”.IMG_1453

Es empfiehlt sich auch, genug Geld mitzunehmen: man kann zwar durchaus preiswert essen und gratis Musik und Akrobatik erleben, aber es lauern an jeder Ecke “Versuchungen” – kein Wunder bei einem großen Markttreiben.

Mal schnell auf den Arber

Im Arbergebiet kann man ja die unterschiedlichsten Wanderungen unternehmen, klettern, Tretboot fahren usw. Wir wollten aber einfach nur mal schnell auf den Gipfel und die Aussicht genießen. Das ist auch problemlos machbar. Also für mich sowieso, aber auch für die Zweibeiner. Der “König des Bayerischen Waldes” ist zwar mit 1456 Metern der höchste Berg des Bayerischen Waldes, aber mittlerweile haben die Menschen es auch hier geschafft, aus wilder Natur ein Freizeitparadies zu machen. Klar, die Aussicht am Gipfel ist immer noch toll (auch wenn mich eher die Waldwege interessieren), aber Liftschneisen, Wasserspeicher, Schneekanonen und was die Menschen sonst noch so alles zu ihrem Vergnügen brauchen, lässt nicht mehr viel unberührte Natur übrig. So führt auch ein breiter Weg vom Parkplatz am sogenannten “Brennes” 20151024_142213direkt auf den Gipfel. War schon ganz lustig, denn ich durfte ohne Leine laufen und ab und zu mal einen anderen Hund begrüßen. In einer guten Stunden waren wir auch schon oben. Das Gipfelplateau ist für unsereins fast interessanter als der Aufstieg, finde ich. Dort sind die Wege zwar ebenfalls so, dass dort auch Frauen in diesen komischen hohen Schuhen gehen könnten, die sie so oft tragen. Aber zwischendurch gibt es tolle Klettermöglichkeiten. Nicht nur auf dem Gipfel kann man herumkraxeln, sondern auch auf diesem Felsmassiv, das “Richard-Wagner-Kopf” heißt. Ein Kopf aus Stein auf dem Berg? So was kann nur Menschen einfallen. Egal – fürs Klettern bin ich immer zu haben, und mit Geschirr und Schleppleine gesichert kann ich mich auch an die waghalsigsten Manöver rantrauen. 20141109_125334Schwindelfrei bin ich sowieso – versteht sich von selbst für einen Wahl-Bayern. Das beste kommt aber, wie so oft, zum Schluss: wir sind im Arberschutzhaus eingekehrt. Gut, davon habe ich ja meistens nicht so viel. Aber diesmal… Einer meiner Menschen hat sich ein Schnitzel bestellt. Dieser Duft! Zum Glück war es nicht nur ein Schnitzel, sondern zwei – eine Riesenportion. Nicht schlecht, sag ich euch. Zuerst sind nämlich ein paar Pommes von dem überladenen Teller gerutscht. Natürlich habe ich sofort dafür gesorgt, dass niemand darauf ausrutscht. Nicht übel: knackig, nicht zu fett -lecker. Tja, und dann hat mein Mensch das Fleisch nicht ganz geschafft. Er hat es eingepackt und – genau, meine Hoffnung hat sich erfüllt: mitten auf dem Gipfelplateau durfte ich dann ein ordentliches Stück Schnitzel verzehren. IMG_8364Ja, diese Wanderungen haben schon ihren Reiz. Früher bin ich dann auch schon mal mit der Seilbahn runtergefahren. Es gibt ja Menschen (und angeblich sogar manche Hunde!) die Probleme mit den Gelenken haben. Da kann so eine Gondelfahrt talwärts eine gute Idee sein. Ich müsste jetzt nicht unbedingt in so ein schwankendes Ding, aber was soll’s – dabei sein ist schließlich alles. Immerhin musste ich keinen Maulkorb aufsetzen. Sicherheitshalber habe ich aber bei solchen Gelegenheiten immer so ein blödes Teil dabei. Ist zwar extrem nervig (und bei mir komplett überflüssig, weil ich auch im größten Gedränge nicht um mich beiße), aber besser so, als den ganzen Tag eine angenervte Gruppe Zweibeiner ertragen müssen, die wegen mir die Gipfeltour nicht genießen konnten. Für mich muss man übrigens so viel zahlen wie für ein Kind, glaub ich. Sicher bin ich mir aber nicht mehr. Ist ja auch egal. Geld ist nicht mein Problem. Diesmal sind wir eh zu Fuß wieder runtergegangen. Ging noch schneller als rauf. Beim Auto haben die Menschen dann schon wieder etwas von Kaffee erzählt. Die sind süchtig nach dem Zeug. Muss ähnlich gut sein wie Katzendreck. Wir sind dann jedenfalls noch nach Bayerisch Eisenstein gefahren. Dort gibt es einen Bahnhof, den sich die Tschechen und die Deutschen teilen. Was ganz besonderes also. Damit ihr euch das besser vorstellen könnt, habe ich mich mal auf der Grenzlinie fotografieren lassen. 20160703_144034Schön, oder? Jedenfalls gibt’s in diesem Bahnhof auch ein Café in einem ehemaligen Wartesaal. Nach einer Pause bei hausgemachtem Kuchen (diesmal ist leider nichts runtergefallen, nicht mal ein Krümel) und einer Riesentasse von der braunen Brühe wollten die Menschen sich noch eine Modellbahnanlage anschauen. Das war wieder eine ganz “tolle” Idee: zum einen dürfen wir dort nicht mit hinein (auch nicht ins Skimuseum, zu den Fledermäusen,…also genau genommen nirgends außer ins Café) und zum anderen sind sie dann schimpfend wieder rausgekommen. Warum? Da war wohl eine extrem große und schöne Anlage beworben, die dann nur zu einem Viertel fertig war. Außerdem hat 20160703_141705sich nichts bewegt: keine Züge, gar nichts. Hätten sie mich vorher gefragt, hätten sie sich die 7€ gespart: wenn Hunde nicht mit dürfen (was sollen wir denn da schon wieder falsch machen?!), dann kann es ja nichts Gescheites sein. Tja, jetzt wissen sie das auch. Sie waren aber dann doch noch ganz begeistert, weil gerade irgend so ein Fest war, bei dem alte Dampfloks im Bahnhof waren. Ein Lärm und Gestank, ich kann’s euch sagen. Aber die Menschen fanden es toll. Denen kann’s ja oft nicht laut genug sein. Trotzdem glaube ich, sie fahren da höchstens wieder zum Kaffeetrinken nach dem Wandern hin – für dieses ganze Zeug, bei dem Hunde verboten sind, zahlen sie sicher nicht nochmal Eintritt.

Infos:

Zu einem Ausflug zum Arber sollte man mitnehmen:

  • einen Maulkorb (zur Sicherheit für die Gondel)
  • ein Geschirr mit Schleppleine (falls der Hund nicht sehr gut abrufbar ist und im Wald frei laufen kann)
  • eine 1-€- und eine 2-€-Münze (auf den Parkplätzen gibt es Automaten, die nicht wechseln!)
  • Hundekotbeutel (wir haben keine Hundetoiletten gefunden)
  • evtl. Brotzeit/Wasser für Zwei- und Vierbeiner.

Tipp: Sonntags – v.a. bei schönem Wetter und in den bayerischen Schulferien – kann es auf dem Arber sehr voll werden. Kein Parkplatz, überfüllte Gondeln und Wanderwege und kein freier Tisch in der Hütte schmälern schnell das Vergnügen. Den Ausflug also lieber unter der Woche planen, oder an einem Sonntag mit weniger perfektem Wetter gleich in der Früh aufsteigen.

Anfahrt und Parken:

Von Lam kommend Richtung Bayerisch Eisenstein (St2154) biegt man ca. 7km vor Bay. Eisenstein auf die Brennesstraße nach rechts ins Arbergebiet ab (gut ausgeschildert). Zum Aufstieg auf den Gipfel über den breiten Weg vom Brennes aus parkt man am besten ziemlich am Anfang des lang gestreckten Parkplatzes neben der Straße (auf Höhe der Skischule). Der Weg zum Gipfel beginnt auf der gegenüberliegenden Straßenseite und ist ausgeschildert.

Links:

Arberregion: www.arber.de

Arberschutzhaus: http://arberschutzhaus.de/arberschutzhaus.html

Berghaus Sonnenfels http://www.arber-sonnenfels.de/

Bayerisch Eisenstein: https://www.bayerisch-eisenstein.de/

Museumscafé & Restaurant im historischen Grenzbahnhof: http://www.naturparkwelten.de