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Golfhunde in Furth im Wald

Sie hat wieder begonnen – die Golfsaison. Boah, wie mich das nervt! Die Kumpels von der Morgenrunde geben jetzt wieder ständig an mit ihren Erlebnissen. Meinen wohl, sie sind was besseres – Clubmitglieder … Herrliche Badeteiche gibt’s da, schwärmt der eine, auf grünen Wiesen hinter fliegenden Bällen herjagen sei ihr Hauptvergnügen, behauptet die andere. Ein echter Gehimtipp wäre der Golfclub Furth im Wald für Mensch und Hund. Ja, sogar in kleinen Elektorautos würden sie über den riesigen Platz (“18 Loch”, was auch immer das heißen mag – jeder drittklassige Acker hat schließlich mehr Mauslöcher) gefahren, und nicht einmal mit der Leinenpflicht würde man es so eng sehen dort. Gibt ja nur Hunde mit allerbesten Manieren in so einem Club, da braucht man sich nicht vor irgendwelchen Schlägertypen fürchten. Man muss ja nicht alles glauben, aber ein Körnchen Wahrheit steckt halt doch in fast jedem Gerücht. Und warum kann ich da nicht hin?! Ich bin äußerst wohlerzogen, sehe (fast) immer aus wie aus dem Ei gepellt und würde nicht mal in die Teiche springen. Mein Mensch wurde auch schon darauf angesprochen, dass das doch was für uns wäre. Genau, habe ich mir gedacht, super! Nix da, irgendwas von “keine Zeit, keine Platzreife, kein Talent” kam dann. Keine Lust soll das wohl heißen! Wir könnten ja wenigstens mal zu einem dieser Schnuppertage gehen. Da wird ja wohl mal ein Sonntag dabei sein, der passt.  Aber nein, ich darf maximal in die Wirtschaft am Voithenberg. Das ist das Restaurant des Golfclubs, in dem auch alle Nicht-Golfer herzlich willkommen sind. Zugegeben, da ist es auch sehr schön: nicht nur die Menschen bekommen offensichtlich sehr gute, selbst gebackene Kuchen und herzhafte Gerichte, sondern auch wir werden herzlich begrüßt und mit Keksen verwöhnt. Auf der Sonnenterrasse zu liegen und über den Golfplatz zu schauen ist auch ganz nett, aber wenn dann Eva in ihrem maßgeschneiderten Ausgehgeschirr über den Rasen stolziert oder Nico quietschvergnügt und patschnass aus dem Tümpel gesprungen kommt, dann vergeht mir die gute Laune. Das bißchen Geld und Zeit könnte ich meinen Menschen schon wert sein, oder?! Ich wäre ein erstklassiger Golfclubhund. Vielleicht kapieren sie das ja doch noch irgendwann mal.

 

Infos:

Internet: www.gc-furth.de

Naviadresse: Voithenberg 3, 93437 Furth im Wald
Wirtschaft am Voithenberg: www.gc-furth.de/de/golfclub/restaurant/

Wanderung auf den Hirschenstein

Der Hirschenstein im Bayerischen Wald ist eines unserer Lieblingsziele. (Wobei ich bei den Menschen den Verdacht habe, dass neben dem Ausblick vom Gipfel v.a. die Einkehr am Schluss das Highlight ist.) Für uns Hunde bietet die Wanderung so einiges: gleich zu Beginn ein kleines Bächlein als Erfrischung, anschließend eine große Weide mit Schafen und Damwild, unterwegs viele interessante Fährten und Bekanntschaften …

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Aber der Reihe nach: wir starten unsere Tour in Rettenbach (nahe St. Englmar, nicht Rettenbach im Landkreis Cham) auf dem Wanderparkplatz neben dem Hotel Gut Schmelmerhof. Unterhalb des Hotels beginnt der Pfad auf den 1092 Meter hohen Hirschenstein. Ich bin ja der Ansicht, Wasser ist für Enten und ähnlich niederes Getier der richtige Aufenthalstort und ignoriere das kleine Bächlein neben dem Weg. Die meisten meiner Kumpel dagegen genießen die Erfrischung in vollen Zügen. Werde ich nie verstehen. Die – gut umzäunte – Weide mit Schafen und Damwild ist für uns alle ein Hingucker, klar. Wir haben den Zaun schon mehrmals ganz genau inspiziert (da muss es doch wenigstens ein terriergroßes Loch geben?!), aber leider: Fehlanzeige.

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Am Waldrand werden wir dann auch noch angeleint: da steht so ein Schild, sagen die Menschen. Zum Glück ist die Schleppleine lang genug, sodass man jede Spur ausgiebig verfolgen kann, aber mal so zum Spaß einen Hasen hetzen ist natürlich wieder nicht. Nervig. Immerhin sind wir nur auf abwechslungsreichen Waldwegen unterwegs, auf denen es genug zu sehen und schnüffeln gibt und nicht auf stinklangweiligen Forstraßen. Da sind sich meine Menschen und ich einig: “Waldautobahnen” nur, wenn’s unbedingt sein muss. Nach ca. 1-1,5 Stunden Aufstieg sind wir am Gipfel. Meine Menschen meckern schon wieder, weil es diesig ist. Bei schönem Wetter hat man hier einen weiten Ausblick über den Bayerischen Wald und sieht sogar die Alpenkette am Horizont, jammern sie. Mir egal. Bei feuchter Witterung riecht alles nur noch intensiver. 🙂

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Den Abstieg könnte man als Rundweg gestalten – ohne Hund sicher eine gute Idee. Wir gehen aber immer den gleichen Weg zurück. Auf der Alternativroute gibt es nämlich einen sehr großen Hofhund. Der ist der Ansicht, dass nicht nur der Hof, sondern auch der angrenzende Weg ihm und nur ihm gehört und patroulliert im Stechschritt auf und ab. Eine Begegnung mit diesem unangenehmen Zeitgenossen hat uns allen gereicht. Wir konnten zwar durch einen äußerst devoten – und vor allem rechtzeitigen – Rückzug unser Fell retten, aber auf ein nochmaliges Zusammentreffen ist keiner von uns scharf. Wir sind der Meinung: der Klügere gibt nach. Außerdem sind die Aussicht auf frisches Wasser (vielleicht benetze ich an einem heißen Tag ja doch mal meine Zungenspitze?) und Wildgehege keine schlechte Alternative.

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Die Menschen treibt die Vorfreude auf ein gutes bayerisches Mittagessen oder eine leckere Torte an. Bei mir heißt es immer “der hat ja nur eins im Kopf, so dermaßen verfressen wie der ist…” dabei sind sie keinen Deut besser. Den ganzen Abstieg überlegen sie schon, ob sie es rechtzeitig zu ihrem reservierten Tisch schaffen werden, ob man wohl draußen sitzen kann, was man essen wird und ob man sich noch einen Kuchen für daheim mitnimmt. Immerhin ist man hier auch als Hund gern gesehen: auf der Sonnenterrasse überall, im Restaurant in der “Floriansstube”. Eine kleine Brotzeit für mich ist auch eingepackt und so rolle ich mich einigermaßen satt (pappsatt bin ich nie) unter dem Tisch zusammen.

Extratipp: wer die Tour am Donnerstag plant, kann nachmittags noch frisches Brot aus dem Holzofen mitnehmen.

Naviadresse: Rettenbach 24, 94379 St. Englmar

Internet: http://www.gut-schmelmerhof.de

 

 

 

 

 

Nationalpark Bayerischer Wald Tierfreigelände

20160403-_MG_3139Dieses Wochenende gab’s einen Ausflug ganz nach meinem Geschmack: irgendwie eine Mischung aus Wald und Zoo. Im Wald sind wir ja oft und im Zoo waren wir auch schon, aber ein Wald, in dem es immer wieder Tiere aus nächster Nähe zu sehen gibt – gigantisch, so was, sag ich euch. Tierfreigelände im Nationalpark Bayerischer Wald – ein sperriger Name, für eine komische Idee  – Menschen …  Da gibt es umzäunte Reviere für die Tiere, die sowieso im Wald wohnen würden. Der Wald wiederum steht unter ganz besonderem Schutz. “Natur Natur sein lassen” nennen die Menschen es, wenn sie wenigstens einen Teil des größten zusammenhängenden Waldgebiets Mitteleuropas in Ruhe lassen. Wenn es nach uns Vierbeinern ginge, müsste man sich die Natur nicht im “Museum” anschauen. Apropos Museum: anders als dort kostet der Eintritt in das Freigehe nichts. Dafür muss man für den Parkplatz bezahlen. Aber zurück zu den Tieren: an den spannendsten Stellen hieß es natürlich wieder “wir müssen draußen bleiben”. Extra “Hundeumleitungen” sind dort angelegt, damit auch wir den Rundweg gehen können, ohne z.B direkt bei den Wildschweinen oder dem Rotwild vorbeizuschauen. Dabei hatte ich sie schon so deutlich in der Nase! Wie gern hätte ich sie durch ihr Minirevier gejagt – keine Chance hätten sie gehabt! Auch bei den Wildkatzen habe ich nur meine Menschen “schau, wie süß, die haben Welpen!” rufen hören, ohne dass ich den Kleinen den nötigen Respekt vor einem Terrier beibringen konnte.

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Beim Waschbären war das etwas anderes: ich habe ihn genau beobachtet. Aber leider schien er zu wissen, dass ein Gitter uns trennt und hat mir völlig unbeeindruckt die Kehrseite gezeigt. Alles in allem war es aber ein toller Ausflug – kann ich euch nur empfehlen. Auf sehr abwechslungsreichen Waldwegen sind wir 10 km (haben die Zweibeiner am Schluss stolz verkündet – als ob das auch eine Leistung wäre) durch den Urwald gewandert. Gestartet sind wir übrigens beim Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau. Von dort aus könnte man – neben unzähligen Wanderungen – noch einige andere Sachen anschauen, aber nicht überall sind wir gerne gesehen. Der Baumwipfelpfad z.B. ist für uns tabu. Zum Glück gibt es da aber eine Alternative in St. Engelmar, aber das erzähle ich euch ein anderes Mal. Nachdem wir extremes Glück mit dem Wetter hatten, wollten die Menschen den Frühlingstag unbedingt mit einem Eis ausklingen lassen. Hundeeis gibt es ja in unserer Gegend leider nirgends, drum bekomme ich  meins – selbst gemacht und nur für mich – immer erst zu Hause. Sehr lecker, sage ich euch! Die Menschen waren ähnlich begeistert von ihren Bechern im Eiscafé Venezia in Regen. “Alles frisch gemacht vom Italiener – das schmeckt man einfach”, haben sie geschwärmt. Frisch gemacht von meinen Menschen ist mir lieber. Ich habe mir nach dem langen Tag auf der Terrasse die Frühlingssonne auf den Pelz brennen lassen und von meinem tiefgefrorenen, gefüllten Kong geträumt.

Noch ein paar praktische Tipps zum Schluss:

Für Menschen gibt es auf dem Rundweg zwischen den Gehegen immer wieder WCs. Hundetoiletten gibt es aber nicht. Zudem gibt es im gesamten Nationalpark keine Mülleimer. Es empfiehlt sich also, Hundekotbeutel und geruchsdichte Behältnisse mitzunehmen. Auch eine Brotzeit im Rucksack ist keine schlechte Idee: am Parkplatz gibt es zwar ein Bistro, aber unterwegs ist man Selbstversorger. Wasser für Mensch und Hund sollte – vor allem an warmen Tagen – auch nicht fehlen. Vor begehbaren Volieren können Hunde zum Teil angebunden werden, bei größeren Gehegen gibt es Hundeumleitungen, sodass derjenige, der mit dem Vierbeiner unterwegs ist, problemlos wieder auf den Rest der Gruppe trifft. Hunde sind gerne gesehen, müssen aber selbstverständlich angleint sein. Eine lange Leine mit Geschirr ist hier ideal (es sind nicht kurze Leinen, wie in den meisten Zoos vorgeschrieben).

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Naviadressen:

Nationalparkzentrum Lusen, Böhmstraße 39, 94556 Neuschönau

Eiscafe Venezia, Am Kurpark, bzw. Auwiesenweg 15, 94209 Regen

Internet:

http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/einrichtungen/npz_lusen/index.htm