Drachensee Furth im Wald

Die “Drachenseerunde” steht bei uns immer wieder mal auf dem Programm. Knapp 5km auf einem schönen, ebenen Weg – das ist genau das richtige für einen gepflegten Abendspaziergang und deshalb auch sehr beliebt bei Hunden und Menschen. Meine Empfehlung: unter der Woche, bei bedecktem Wetter oder am Wochenende gleich in der Früh gehen. Da müsst ihr nicht ständig Slalom durch Menschenbeine laufen und auf der Hut sein, ob nicht plötzlich irgendein Leinenrambo vor euch steht.

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Apropos Leine: ohne dürft ihr leider nicht an den See. Nix mit FKK und so. Aber an der Schleppleine kann man ja auch prima im Wasser planschen und dem einen oder anderen Ball nachjagen. Oder aber, wenn’s gerade keiner sieht und ihr zu den freundlichen und gut erzogenen Zeitgenossen gehört, mal kurz “ablegen”… da springt sicher auch nicht gleich die Sittenpolizei hinterm Busch vor. Von mir habt ihr den Tipp natürlich nicht.

Wir starten meistens gleich vom Parkplatz an der Daberger Straße. Für alle, die vor Freude sofort aus dem Auto springen, empfehle ich aber den Parkplatz am Freizeitufer: da liegt ihr nicht gleich unter dem nächsten Auto, wenn ihr aus dem Kofferraum hüpft.20160621_190021

Der Leinenzwang wird für mich durch die spannenden Gerüche und all das Zeug, was da so rumliegt, übrigens ziemlich wettgemacht. Angler lassen Fischabfälle liegen, Kinder tropfen mit Eis rum, hier und da ein leckeres Häufchen frischer Katzendreck (ab und an auch mal eine Katze, die sich erschrecken lässt) … ich habe fast immer die Nase auf dem Boden.

Genau in der Hälfte der Runde ist im Sommer eine Schwimmbrücke. Ich gehe da gerne drüber: es gibt kein doofes Gitter oder so was in der Art, und man hat eine schöne Aussicht auf die ganzen Vögel, die so auf dem See rumschwimmen. Die Menschen rufen immer wieder mal “ui, ein Stelzenläufer” oder “schau, ein Löffler”. Man kann angeblich ganz toll die verschiedensten Vögel am Drachensee beobachten. Mich interessiert nicht, wie das Federvieh heißt. Hauptsache, die sind unvorsichtig genug, sich in meine Nähe zu begeben, sodass ich sie zu einem Blitzstart animieren kann.

Im Winter klappt das mit der Umrundung des Drachensees übrigens nicht. Die Brücke wird dann abgebaut, und wenn der See nicht sehr dick zugefroren ist, muss man auf der gleichen Uferseite hin- und zurück gehen. Die schönere Seite ist meiner Meinung das so genannte “Freizeitufer”. Das ist vor allem auch ungefährlicher: keine Straßenübergänge und keine streunenden Hunde. Ja, ihr habt richtig gelesen: es stehen zwar überall Schilder, damit wir nur ja nicht ohne Leine spazieren gehen, aber für die Kerle von den umliegenden Höfen gilt das natürlich nicht. Plötzlich steht dann da so ein Typ vor dir – ohne seine Menschen, dafür selber fast so groß und schwer wie ein Mensch. Klar können die auch nett sein. Aber man weiß es halt vorher nicht, und da rutscht einem dann schon mal schnell das Herz in die Hose. So was passiert einem am Freizeitufer nicht. Allerdings wäre mir da um ein Haar mal was noch viel Schlimmeres passiert: ich wollte mir diese Aussichtsplattform “Mythos Drache” ansehen. Nachdem ich furchtlos über jedes Gitter gehe, bin ich also schnurstraks – meinen Menschen voran – die Stufen hochgsprungen. Zum Glück hatte ich mein stabiles Geschirr und die gute Leine an! Nach den ersten Treppen tat sich nämlich ein Abgrund vor mir auf: ohne Vorwarnung ging das Ganze in eine Art Leiter über, und ich wäre in die Tiefe gestürzt, wenn mein Mensch mich nicht geistesgegenwärtig zurückgerissen hätte. Ich sag’ euch eins: lasst bloß die Pfoten von diesem modernen Kunstwerk, wenn euch euer Leben lieb ist.20160621_191849

Cafés gibt es an beiden Ufern des Sees: am Freizeitufer direkt beim DLRG-Häuschen und auf der anderen Seite das Mühlencafé. Wir sind dort zwar noch nicht eingekehrt, weil wir meistens außerhalb der Öffnungszeiten unterwegs sind, aber auch als Vierbeiner seid ihr sicher willkommen.

Für Menschen bietet der See außerdem noch ein Beachvolleyballfeld (auf der Wiese daneben zuzusehen, wie zur Abwechslung eure Zweibeiner dem Ball nachjagen, ist nur für nervenstarke oder alte Vierbeiner eine Option, denke ich), Grillmöglichkeiten, Angel- und Badeplätze (wobei der See kein klassischer Badesee ist) und eine Seebühne (ab und zu gibt’s da Konzerte und Open-air-Kino).

Ihr dürft übrigens auch mit euren Menschen am Ufer in einem Zelt schlafen und abends Würstchen am Lagerfeuer grillen (herrlich, oder?!), das müssen die Zweibeiner aber vorher bei der Stadtverwaltung anmelden.

Mein Fazit: trotz Leine eine schöne und interessante Gassirunde, für die Wasserratten und Badenixen unter euch empfehle ich aber den Perlsee. Davon ein anderes Mal mehr.

Infos:

Für einen Ausflug zum See unbedingt eine Leine (am besten eine wasserfeste Schleppleine aus Biothane) und evt. ein Geschirr mitnehmen. Wer nicht nur spazieren gehen will, packt noch Decken, Hundespielzeug, Picknick für Mensch und Tier und was man sonst noch so alles für einen perfekten Sommertag braucht ein.

Parkplätze gibt es genügend direkt am Ufer, schattige Parkbuchten sind allerdings rar.

Hundetoiletten sind ausreichend vorhanden, keine Ausreden also …

Wer campen oder ein Feuer machen will, muss das vorher bei der Stadt anmelden: Stadt Furth im Wald, Burgstr. 1, 93437 Furth im Wald, Tel.: 09973/ 5090, E-Mail: poststelle@furth.de

Die beschriebene Runde lässt sich noch deutlich verlängern, wenn man den See nicht in der Hälfte quert, sondern auch noch die “Ökozone” umrundet. Allerdings ist das streckenweise nur auf Nebenstraßen möglich und insgesamt als Hunderunde nicht so optimal geeignet.

Links:

http://www.furth-drachensee.de/

http://www.cafe-drachensee.de/index.html

 

Wildgarten Furth im Wald

Meine private kleine “Naturoase” ist der Wildgarten in Furth im Wald. Privat deswegen, weil mein Mensch eine Jahreskarte hat (ich muss ja sowieso nichts bezahlen) und daher zu jeder Tages- und Jahreszeit mit mir dort hingehen kann, sodass wir oft ganz alleine dort sind. Wieder so ein Ort, an dem sich die Zweibeiner ein kleines Stück Natur mit viel Geld und Arbeit “erkauft” haben. Wenn sie nicht alles zerstören würden, könnte man das überall haben. Aber ich wiederhole mich. Wer in die Wildnis will, fährt nach Furth im Wald in die Daberger Straße (klar, zu Fuß geht ja eh keiner mehr in die Natur). Dort gibt es einen Parkplatz, von dem aus man nach ungefähr 150 Metern ins Abenteuer starten kann. Ich verrate euch mal meine Lieblingsplätze: also das übergroße “Vogelnest” (müsste mindestens von einem Strauß stammen, so gigantisch ist das) lässt jedes Hundeherz höher schlagen: reinspringen und in Tierhaaren schnüffeln, sich drin wälzen… ein Traum! Ja, ihr habt richtig gelesen, das Nest besteht aus Weidenzweigen und Haaren. Das müsst ihr gesehen haben! Sportliche Typen wie mich reizt es auch immer wieder, auf einer Hängebrücke über den Urwald zu schaukeln. Für Couch-Potatos gibt es übrigens eine fade “Umleitung”. Auf Bohlenwegen geht’s dann durch die Moorlandschaft, in der sogar ein Dino-Gerippe liegt. Als das auch noch gebrüllt hat, bin ich das erste Mal ganz schön erschrocken: Knochen, die brüllen – verrückt. Ich habe beschlossen, die mal lieber nicht zu kosten, obwohl sie schon sehr verlockend aussehen. Aber irgendwas stimmt da nicht: riechen nicht appetitlich und machen dafür Lärm. Also besser Schnauze weg. Dann gibt’s da noch ein “Luftschloss”, von dem aus man eine super Aussicht z.B. auf Rehe und Vögel hat. Auf die letzte Etage führt zwar eine Leiter, und da trau’ selbst ich mich nicht rauf, aber bis ins zweite “Stockwerk” komme ich problemlos, und das reicht auch für einen ungetrübten Rundumblick.

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Das Biotop, in dem alles einfach sich selbst überlassen wird, ist auch toll: überStock und Stein geht’s dort, und überall diese aufregenden Gerüche … An warmen Sommerabenden entspannen wir mit meinem Menschen dann manchmal auf der großen Holzschaukel – fast so chillig wie daheim auf dem Sofa. Nur die Grillplätze haben wir noch nicht ausprobiert. Schade eigentlich. So, ich glaube, ich habe euch genug vorgeschwärmt. Es gibt noch viel mehr in dem kleinen Fleckchen Natur zu entdecken, aber eure Lieblingsplätze müsst ihr selbst finden.

Infos:

Eintrittspreise: 4,-€ für Erwachsene und 3,50€ für Kinder zwischen 6 und 17 Jahren, Hunde sind gratis und – angeleint – willkommen. Jahreskarte: für Erwachsene 12€, für Kinder 6,50€ – lohnt sich also schon dann richtig, wenn man nur jede Jahreszeit ein Mal vorbeischaut.

Im Wildgarten integriert ist noch die Unterwasserbeobachtungsstation, von der aus man heimische Fische in einem Teich beobachten kann. Hunde schwärmen nicht ganz so dafür, weil man sie hochheben muss, damit sie durch die Glasscheiben schauen können. Für Zweibeiner aber sehr interessant. Falls die Kasse nicht besetzt ist, ist es gut, wenn man genügend Münzen eingesteckt hat, um durch das Drehkreuz zu kommen.

Toiletten gibt es weder für Menschen noch Hunde. Alle dringenden Geschäfte also am besten vorher erledigen und für alle Fälle “Sackerln” einpacken.

Im Wildgarten gibt es keine Abfalleimer, ein Rucksack zum “Abtransport” empfiehlt sich also.

Es sind viele urige Sitzgruppen und sogar Grillplätze vorhanden, Essen und Trinken für Zwei- und Vierbeiner muss aber selbst mitgebracht werden.

Link:

www.wildgarten-furth.de