Waldwipfelweg Maibrunn

Wollt ihr euch mal fühlen wie die ganz Großen, obwohl ihr vielleicht zu den eher kleineren bis mittleren Vertretern unserer Art gehört? Reizt es euch, den Wald zur Abwechslung aus der Vogelperspektive zu erleben, statt immer nur mit der Nase am Boden? Dann kann ich euch den Waldwipfelweg in Maibrunn (im Bayerischen Wald, Nähe St. Englmar) empfehlen.

Da sind wir Vierbeiner sehr gerne gesehen und eure Menschen müssen nicht250409_10152849552049289_2544899435973995501_n mal Eintritt für euch bezahlen.

Achtung: nicht verwechseln mit dem Baumwipfelpfad im Nationalpark Bayerischer Wald! Dort dürfen nur Menschen rein – warum auch immer.

Auf einem bis zu 30 Meter hohen Holzbohlenweg könnt ihr riechen und sehen, wie der Wald aus der Vogelperspektive ausschaut. Außerdem gibt es eine Hängebrücke – 25 Meter über dem Boden(!). Obwohl ich natürlich schwindelfrei bin, lasse ich mich über die aber von meinen Menschen tragen: das Gitter dort ist nicht mein Fall – zu großmaschig. Alle Zwei- und Vierbeiner, denen ein derart schwankender Untergrund nicht geheuer ist, können auch auf dem normalen Weg bleiben. Der führt unter anderem zu einer Aussichtsplattform, bei der die Menschen immer “Huch, das wackelt aber ganz schön!” und “Schau mal, was für ein Ausblick!” rufen. Manchmal drücken sie auch auf irgendeinen Knopf, dann hört man einen Uhu rufen, oder einen Specht oder so. Keine Ahnung, wie das geht, aber es scheint Spaß zu machen.

Der Spaziergang in luftiger Höhe ist nicht das einzige Erlebnis beim Waldwipfelweg. Wieder angekommen auf dem sicheren Waldboden kann man auf dem Naturerlebnispfad Bekanntschaft mit verschiedenen Tieren (Lamas, Schafen und so) machen. Sehr empfehlenswert, auch wenn leider wieder ein Zaun den ungetrübten Spaß zunichte macht. Die “Sinneshöhlen”, in denen man alles mögliche sehen, hören und sogar riechen kann, gefallen mir auch ganz gut. Kletterwand, Seilgarten, alle möglichen – angeblich lehrreichen – Stationen und der Pfad der optischen Phänomäne sind dagegen wieder eher etwas für große und kleine Zweibeiner. Mit einer Ausnahme: es gibt eine Station, an der man mit Hilfe eines Fells erraten soll, um welches Tier es sich gehandelt hat. Ich kann’s euch sagen: Menschen … ! Ewig starren sie die Teile an, streichen drüber, stammeln irgendwas … und erraten dann – mehr als sie es wissen – maximal den Hasen und das Wildschwein. Unsereins genügt einmal einatmen, und die Sache ist sonnenklar. Aber uns fragt ja keiner. Da heißt es nur “sitz” und “bleib”.

Richtig super ist das Haus, das auf dem Kopf steht: Menschen müssen dort 2,-€ einwerfen, um durch das Drehkreuz und damit in die verschienden Zimmer zu kommen. Kleine und mittlere Hund werden einfach auf den Arm genommen und mit hineingetragen. Ja, was soll ich euch erzählen? Das muss man gesehen haben: plötzlich ist nichts mehr so, wie man es kennt: die Welt steht Kopf! Am besten hat mir dieser Raum gefallen, in dem man die Größenverhältnisse auf den Kopf stellen kann: ich die Statur einer Dogge, mein Mensch zum Kleinkind geschrumpft. Saucool,  sag’ ich euch! Glaubt ihr nicht? Lasst euch überraschen! Es klappt!

Tja, dieses Bild hängt jetzt bei uns daheim an der Pinnwand. Damit die Menschen ab und zu etwas zum Philosophieren haben – die Dinge sind nicht immer, wie sie scheinen.  Andererseits: eigentlich brauchen wir sowas nicht: bei uns weiß eh jeder, dass ich der Größte bin. Na ja, fast jeder – der Kater hat manchmal so seine Zweifel. 10354600_10152852681949289_4160433012520516562_n

Für hungrige Zweibeiner gibt es übrigens noch ein großes Ausflugslokal am Baumwipfelpfad mit einer Terrasse, von der aus man nochmal den Ausblick genießen kann. Wir dürfen natürlich auch mit. Wem es dort aber zu wuselig ist, oder für alle, die Selbstbedienung nicht so toll finden, gibt es in der näheren Umgebung noch zwei sehr gute Lokale, in denen ebenfalls die gesamte zwei- und vierbeinige Familie willkommen ist. Die Links dazu findet ihr unten bei den Infos.

In der Advents- und Weihnachtszeit gibt es auch noch einen sehr schönen Christkindlmarkt auf dem Gelände des Waldwipfelpfades. Der macht nicht nur den Menschen Spaß, sondern auch uns. Aber davon erzähle ich ein anderes Mal.1475946_10152134893014289_1680925182_n

Internet: www.waldwipfelweg.de

Naviadresse: Maibrunn 2a, 94379 Sankt Englmar

Extratipp: Restaurants in der Umgebung:

Im Hotel Gut Schmelmerhof kann man übrigens nicht nur gut essen, sondern auch mit Hund übernachten.

www.gut-schmelmerhof.de

In der Schnitzmühle bei Viechtach gibt es sowohl für Fleischliebhaber als auch für Vegetarier und Veganer eine große Auswahl an leckerem Essen – von Brotzeiten über Hauptgerichte und Menues bis hin zu Kaffee und Kuchen. Auch hier kann man übernachten – im Hotel oder auf dem Campingplatz.

www.schnitzmuehle.com

 

 

 

Wanderung auf den Hirschenstein

Der Hirschenstein im Bayerischen Wald ist eines unserer Lieblingsziele. (Wobei ich bei den Menschen den Verdacht habe, dass neben dem Ausblick vom Gipfel v.a. die Einkehr am Schluss das Highlight ist.) Für uns Hunde bietet die Wanderung so einiges: gleich zu Beginn ein kleines Bächlein als Erfrischung, anschließend eine große Weide mit Schafen und Damwild, unterwegs viele interessante Fährten und Bekanntschaften …

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Aber der Reihe nach: wir starten unsere Tour in Rettenbach (nahe St. Englmar, nicht Rettenbach im Landkreis Cham) auf dem Wanderparkplatz neben dem Hotel Gut Schmelmerhof. Unterhalb des Hotels beginnt der Pfad auf den 1092 Meter hohen Hirschenstein. Ich bin ja der Ansicht, Wasser ist für Enten und ähnlich niederes Getier der richtige Aufenthalstort und ignoriere das kleine Bächlein neben dem Weg. Die meisten meiner Kumpel dagegen genießen die Erfrischung in vollen Zügen. Werde ich nie verstehen. Die – gut umzäunte – Weide mit Schafen und Damwild ist für uns alle ein Hingucker, klar. Wir haben den Zaun schon mehrmals ganz genau inspiziert (da muss es doch wenigstens ein terriergroßes Loch geben?!), aber leider: Fehlanzeige.

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Am Waldrand werden wir dann auch noch angeleint: da steht so ein Schild, sagen die Menschen. Zum Glück ist die Schleppleine lang genug, sodass man jede Spur ausgiebig verfolgen kann, aber mal so zum Spaß einen Hasen hetzen ist natürlich wieder nicht. Nervig. Immerhin sind wir nur auf abwechslungsreichen Waldwegen unterwegs, auf denen es genug zu sehen und schnüffeln gibt und nicht auf stinklangweiligen Forstraßen. Da sind sich meine Menschen und ich einig: “Waldautobahnen” nur, wenn’s unbedingt sein muss. Nach ca. 1-1,5 Stunden Aufstieg sind wir am Gipfel. Meine Menschen meckern schon wieder, weil es diesig ist. Bei schönem Wetter hat man hier einen weiten Ausblick über den Bayerischen Wald und sieht sogar die Alpenkette am Horizont, jammern sie. Mir egal. Bei feuchter Witterung riecht alles nur noch intensiver. 🙂

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Den Abstieg könnte man als Rundweg gestalten – ohne Hund sicher eine gute Idee. Wir gehen aber immer den gleichen Weg zurück. Auf der Alternativroute gibt es nämlich einen sehr großen Hofhund. Der ist der Ansicht, dass nicht nur der Hof, sondern auch der angrenzende Weg ihm und nur ihm gehört und patroulliert im Stechschritt auf und ab. Eine Begegnung mit diesem unangenehmen Zeitgenossen hat uns allen gereicht. Wir konnten zwar durch einen äußerst devoten – und vor allem rechtzeitigen – Rückzug unser Fell retten, aber auf ein nochmaliges Zusammentreffen ist keiner von uns scharf. Wir sind der Meinung: der Klügere gibt nach. Außerdem sind die Aussicht auf frisches Wasser (vielleicht benetze ich an einem heißen Tag ja doch mal meine Zungenspitze?) und Wildgehege keine schlechte Alternative.

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Die Menschen treibt die Vorfreude auf ein gutes bayerisches Mittagessen oder eine leckere Torte an. Bei mir heißt es immer “der hat ja nur eins im Kopf, so dermaßen verfressen wie der ist…” dabei sind sie keinen Deut besser. Den ganzen Abstieg überlegen sie schon, ob sie es rechtzeitig zu ihrem reservierten Tisch schaffen werden, ob man wohl draußen sitzen kann, was man essen wird und ob man sich noch einen Kuchen für daheim mitnimmt. Immerhin ist man hier auch als Hund gern gesehen: auf der Sonnenterrasse überall, im Restaurant in der “Floriansstube”. Eine kleine Brotzeit für mich ist auch eingepackt und so rolle ich mich einigermaßen satt (pappsatt bin ich nie) unter dem Tisch zusammen.

Extratipp: wer die Tour am Donnerstag plant, kann nachmittags noch frisches Brot aus dem Holzofen mitnehmen.

Naviadresse: Rettenbach 24, 94379 St. Englmar

Internet: http://www.gut-schmelmerhof.de