Mal schnell auf den Arber

Im Arbergebiet kann man ja die unterschiedlichsten Wanderungen unternehmen, klettern, Tretboot fahren usw. Wir wollten aber einfach nur mal schnell auf den Gipfel und die Aussicht genießen. Das ist auch problemlos machbar. Also für mich sowieso, aber auch für die Zweibeiner. Der “König des Bayerischen Waldes” ist zwar mit 1456 Metern der höchste Berg des Bayerischen Waldes, aber mittlerweile haben die Menschen es auch hier geschafft, aus wilder Natur ein Freizeitparadies zu machen. Klar, die Aussicht am Gipfel ist immer noch toll (auch wenn mich eher die Waldwege interessieren), aber Liftschneisen, Wasserspeicher, Schneekanonen und was die Menschen sonst noch so alles zu ihrem Vergnügen brauchen, lässt nicht mehr viel unberührte Natur übrig. So führt auch ein breiter Weg vom Parkplatz am sogenannten “Brennes” 20151024_142213direkt auf den Gipfel. War schon ganz lustig, denn ich durfte ohne Leine laufen und ab und zu mal einen anderen Hund begrüßen. In einer guten Stunden waren wir auch schon oben. Das Gipfelplateau ist für unsereins fast interessanter als der Aufstieg, finde ich. Dort sind die Wege zwar ebenfalls so, dass dort auch Frauen in diesen komischen hohen Schuhen gehen könnten, die sie so oft tragen. Aber zwischendurch gibt es tolle Klettermöglichkeiten. Nicht nur auf dem Gipfel kann man herumkraxeln, sondern auch auf diesem Felsmassiv, das “Richard-Wagner-Kopf” heißt. Ein Kopf aus Stein auf dem Berg? So was kann nur Menschen einfallen. Egal – fürs Klettern bin ich immer zu haben, und mit Geschirr und Schleppleine gesichert kann ich mich auch an die waghalsigsten Manöver rantrauen. 20141109_125334Schwindelfrei bin ich sowieso – versteht sich von selbst für einen Wahl-Bayern. Das beste kommt aber, wie so oft, zum Schluss: wir sind im Arberschutzhaus eingekehrt. Gut, davon habe ich ja meistens nicht so viel. Aber diesmal… Einer meiner Menschen hat sich ein Schnitzel bestellt. Dieser Duft! Zum Glück war es nicht nur ein Schnitzel, sondern zwei – eine Riesenportion. Nicht schlecht, sag ich euch. Zuerst sind nämlich ein paar Pommes von dem überladenen Teller gerutscht. Natürlich habe ich sofort dafür gesorgt, dass niemand darauf ausrutscht. Nicht übel: knackig, nicht zu fett -lecker. Tja, und dann hat mein Mensch das Fleisch nicht ganz geschafft. Er hat es eingepackt und – genau, meine Hoffnung hat sich erfüllt: mitten auf dem Gipfelplateau durfte ich dann ein ordentliches Stück Schnitzel verzehren. IMG_8364Ja, diese Wanderungen haben schon ihren Reiz. Früher bin ich dann auch schon mal mit der Seilbahn runtergefahren. Es gibt ja Menschen (und angeblich sogar manche Hunde!) die Probleme mit den Gelenken haben. Da kann so eine Gondelfahrt talwärts eine gute Idee sein. Ich müsste jetzt nicht unbedingt in so ein schwankendes Ding, aber was soll’s – dabei sein ist schließlich alles. Immerhin musste ich keinen Maulkorb aufsetzen. Sicherheitshalber habe ich aber bei solchen Gelegenheiten immer so ein blödes Teil dabei. Ist zwar extrem nervig (und bei mir komplett überflüssig, weil ich auch im größten Gedränge nicht um mich beiße), aber besser so, als den ganzen Tag eine angenervte Gruppe Zweibeiner ertragen müssen, die wegen mir die Gipfeltour nicht genießen konnten. Für mich muss man übrigens so viel zahlen wie für ein Kind, glaub ich. Sicher bin ich mir aber nicht mehr. Ist ja auch egal. Geld ist nicht mein Problem. Diesmal sind wir eh zu Fuß wieder runtergegangen. Ging noch schneller als rauf. Beim Auto haben die Menschen dann schon wieder etwas von Kaffee erzählt. Die sind süchtig nach dem Zeug. Muss ähnlich gut sein wie Katzendreck. Wir sind dann jedenfalls noch nach Bayerisch Eisenstein gefahren. Dort gibt es einen Bahnhof, den sich die Tschechen und die Deutschen teilen. Was ganz besonderes also. Damit ihr euch das besser vorstellen könnt, habe ich mich mal auf der Grenzlinie fotografieren lassen. 20160703_144034Schön, oder? Jedenfalls gibt’s in diesem Bahnhof auch ein Café in einem ehemaligen Wartesaal. Nach einer Pause bei hausgemachtem Kuchen (diesmal ist leider nichts runtergefallen, nicht mal ein Krümel) und einer Riesentasse von der braunen Brühe wollten die Menschen sich noch eine Modellbahnanlage anschauen. Das war wieder eine ganz “tolle” Idee: zum einen dürfen wir dort nicht mit hinein (auch nicht ins Skimuseum, zu den Fledermäusen,…also genau genommen nirgends außer ins Café) und zum anderen sind sie dann schimpfend wieder rausgekommen. Warum? Da war wohl eine extrem große und schöne Anlage beworben, die dann nur zu einem Viertel fertig war. Außerdem hat 20160703_141705sich nichts bewegt: keine Züge, gar nichts. Hätten sie mich vorher gefragt, hätten sie sich die 7€ gespart: wenn Hunde nicht mit dürfen (was sollen wir denn da schon wieder falsch machen?!), dann kann es ja nichts Gescheites sein. Tja, jetzt wissen sie das auch. Sie waren aber dann doch noch ganz begeistert, weil gerade irgend so ein Fest war, bei dem alte Dampfloks im Bahnhof waren. Ein Lärm und Gestank, ich kann’s euch sagen. Aber die Menschen fanden es toll. Denen kann’s ja oft nicht laut genug sein. Trotzdem glaube ich, sie fahren da höchstens wieder zum Kaffeetrinken nach dem Wandern hin – für dieses ganze Zeug, bei dem Hunde verboten sind, zahlen sie sicher nicht nochmal Eintritt.

Infos:

Zu einem Ausflug zum Arber sollte man mitnehmen:

  • einen Maulkorb (zur Sicherheit für die Gondel)
  • ein Geschirr mit Schleppleine (falls der Hund nicht sehr gut abrufbar ist und im Wald frei laufen kann)
  • eine 1-€- und eine 2-€-Münze (auf den Parkplätzen gibt es Automaten, die nicht wechseln!)
  • Hundekotbeutel (wir haben keine Hundetoiletten gefunden)
  • evtl. Brotzeit/Wasser für Zwei- und Vierbeiner.

Tipp: Sonntags – v.a. bei schönem Wetter und in den bayerischen Schulferien – kann es auf dem Arber sehr voll werden. Kein Parkplatz, überfüllte Gondeln und Wanderwege und kein freier Tisch in der Hütte schmälern schnell das Vergnügen. Den Ausflug also lieber unter der Woche planen, oder an einem Sonntag mit weniger perfektem Wetter gleich in der Früh aufsteigen.

Anfahrt und Parken:

Von Lam kommend Richtung Bayerisch Eisenstein (St2154) biegt man ca. 7km vor Bay. Eisenstein auf die Brennesstraße nach rechts ins Arbergebiet ab (gut ausgeschildert). Zum Aufstieg auf den Gipfel über den breiten Weg vom Brennes aus parkt man am besten ziemlich am Anfang des lang gestreckten Parkplatzes neben der Straße (auf Höhe der Skischule). Der Weg zum Gipfel beginnt auf der gegenüberliegenden Straßenseite und ist ausgeschildert.

Links:

Arberregion: www.arber.de

Arberschutzhaus: http://arberschutzhaus.de/arberschutzhaus.html

Berghaus Sonnenfels http://www.arber-sonnenfels.de/

Bayerisch Eisenstein: https://www.bayerisch-eisenstein.de/

Museumscafé & Restaurant im historischen Grenzbahnhof: http://www.naturparkwelten.de

 

Wanderung auf den Hirschenstein

Der Hirschenstein im Bayerischen Wald ist eines unserer Lieblingsziele. (Wobei ich bei den Menschen den Verdacht habe, dass neben dem Ausblick vom Gipfel v.a. die Einkehr am Schluss das Highlight ist.) Für uns Hunde bietet die Wanderung so einiges: gleich zu Beginn ein kleines Bächlein als Erfrischung, anschließend eine große Weide mit Schafen und Damwild, unterwegs viele interessante Fährten und Bekanntschaften …

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Aber der Reihe nach: wir starten unsere Tour in Rettenbach (nahe St. Englmar, nicht Rettenbach im Landkreis Cham) auf dem Wanderparkplatz neben dem Hotel Gut Schmelmerhof. Unterhalb des Hotels beginnt der Pfad auf den 1092 Meter hohen Hirschenstein. Ich bin ja der Ansicht, Wasser ist für Enten und ähnlich niederes Getier der richtige Aufenthalstort und ignoriere das kleine Bächlein neben dem Weg. Die meisten meiner Kumpel dagegen genießen die Erfrischung in vollen Zügen. Werde ich nie verstehen. Die – gut umzäunte – Weide mit Schafen und Damwild ist für uns alle ein Hingucker, klar. Wir haben den Zaun schon mehrmals ganz genau inspiziert (da muss es doch wenigstens ein terriergroßes Loch geben?!), aber leider: Fehlanzeige.

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Am Waldrand werden wir dann auch noch angeleint: da steht so ein Schild, sagen die Menschen. Zum Glück ist die Schleppleine lang genug, sodass man jede Spur ausgiebig verfolgen kann, aber mal so zum Spaß einen Hasen hetzen ist natürlich wieder nicht. Nervig. Immerhin sind wir nur auf abwechslungsreichen Waldwegen unterwegs, auf denen es genug zu sehen und schnüffeln gibt und nicht auf stinklangweiligen Forstraßen. Da sind sich meine Menschen und ich einig: “Waldautobahnen” nur, wenn’s unbedingt sein muss. Nach ca. 1-1,5 Stunden Aufstieg sind wir am Gipfel. Meine Menschen meckern schon wieder, weil es diesig ist. Bei schönem Wetter hat man hier einen weiten Ausblick über den Bayerischen Wald und sieht sogar die Alpenkette am Horizont, jammern sie. Mir egal. Bei feuchter Witterung riecht alles nur noch intensiver. 🙂

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Den Abstieg könnte man als Rundweg gestalten – ohne Hund sicher eine gute Idee. Wir gehen aber immer den gleichen Weg zurück. Auf der Alternativroute gibt es nämlich einen sehr großen Hofhund. Der ist der Ansicht, dass nicht nur der Hof, sondern auch der angrenzende Weg ihm und nur ihm gehört und patroulliert im Stechschritt auf und ab. Eine Begegnung mit diesem unangenehmen Zeitgenossen hat uns allen gereicht. Wir konnten zwar durch einen äußerst devoten – und vor allem rechtzeitigen – Rückzug unser Fell retten, aber auf ein nochmaliges Zusammentreffen ist keiner von uns scharf. Wir sind der Meinung: der Klügere gibt nach. Außerdem sind die Aussicht auf frisches Wasser (vielleicht benetze ich an einem heißen Tag ja doch mal meine Zungenspitze?) und Wildgehege keine schlechte Alternative.

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Die Menschen treibt die Vorfreude auf ein gutes bayerisches Mittagessen oder eine leckere Torte an. Bei mir heißt es immer “der hat ja nur eins im Kopf, so dermaßen verfressen wie der ist…” dabei sind sie keinen Deut besser. Den ganzen Abstieg überlegen sie schon, ob sie es rechtzeitig zu ihrem reservierten Tisch schaffen werden, ob man wohl draußen sitzen kann, was man essen wird und ob man sich noch einen Kuchen für daheim mitnimmt. Immerhin ist man hier auch als Hund gern gesehen: auf der Sonnenterrasse überall, im Restaurant in der “Floriansstube”. Eine kleine Brotzeit für mich ist auch eingepackt und so rolle ich mich einigermaßen satt (pappsatt bin ich nie) unter dem Tisch zusammen.

Extratipp: wer die Tour am Donnerstag plant, kann nachmittags noch frisches Brot aus dem Holzofen mitnehmen.

Naviadresse: Rettenbach 24, 94379 St. Englmar

Internet: http://www.gut-schmelmerhof.de