Sommertag in Straubing

Vorneweg muss ich gleich ehrlich zugeben, dass Straubing mir nicht so gut gefallen hat wie Regensburg. Nicht, dass ihr mich falsch versteht: es war ein wirklich schöner Tag, und auch in Niederbayern ist man sehr hundefreundlich. Es fehlte nur einfach so das “Tüpfelchen auf dem i”. Die Hundekeksbäckerei mit Verkostung zum Beispiel, oder das Modegeschäft, in dem unsereins äußerst zuvorkommend bedient wird, obwohl wir dort garantiert nichts kaufen. Apropos Modegeschäft: diese Trachtenläden sprießen ja zur Zeit wie Pilze aus dem Boden. So einen haben wir auch mitten auf dem Straubinger Stadtplatz entdeckt. Das war (neben den üblichen Verdächtigen wie Drogerien, Bäckereien etc.) das einzige Geschäft, das uns aufgefallen ist, in dem wir nicht willkommen waren. Stand gleich auf einem großen Schild am Eingang. Uns war das aber völlig egal, da meine Menschen eh nicht auf Tracht stehen. Aber das eine oder andere Zamperl wird sicher wenig begeistert sein, wenn es beim Dirndl-Kauf draußen warten soll.

Aber ich sollte von vorne anfangen: zuerst waren wir nämlich im Zoo. IMG_8345Wir sind da herzlich willkommen und dürfen sogar kostenlos rein. Diese Tütchen, mit denen die Menschen immer unsere Häufchen einsammeln, gibt’s auch gratis. Ich fand’s ganz amüsant dort, auch wenn diese unverschämten Erdmännchen mir regelrecht die Zunge rausstreckten, obwohl ich drauf und dran war, den wilden Jagdhund zu geben. IMG_8336Das Ergebnis war ein Anpfiff für mich und noch frecher dreinschauende, sich genüsslich sonnende Erdmännchen. Auch die Hirsche hatten keinerlei Respekt, sondern sind ganz nah rangekommen und haben mich mindestens so interessiert angeschaut wie ich sie. Statt eines normalen Spaziergangs war es jedenfalls ganz nett, und für kleine Menschen, die zum ersten Mal im Tiergarten sind, ist es sicher auch nicht schlecht. Aber ich war schon in Hannover im Zoo (riesig, gigantisch …) und in Marlow im Vogelpark (klein, aber fein) – da kann Straubing leider nicht ran. Meine Menschen meinten “da hat sich seit 30 Jahren nichts verändert”. Das kann ich nicht beurteilen – schließlich bin ich gerade mal gut 3 Jahre alt – aber ich vermute, wir werden da nicht so oft hinfahren. Jedenfalls hatten wir in knapp zwei Stunden alles gesehen und sind dann direkt in die Stadt gefahren.

Kaum auf dem Marktplatz angekommen, haben meine Menschen spontan ein Schuhgeschäft angesteuert (Frauen!). Keiner hat sich daran gestört, dass auch ich die appetitlichen Ledersandalen genauestens begutachtet habe. Natürlich habe ich mich aber beherrscht und nicht reingebissen. Auch wenn’s lecker aussah. Aber mittlerweile weiß ich ja, dass Menschen das blöd finden. Wir waren ziemlich schnell fertig (doch, das muss ich lobend hervorheben: Shopping-Marathons musste ich noch nie durchstehen) und haben ein Café angesteuert. Vor dem Krönner – mitten auf dem Stadtplatz – haben wir uns einen Tisch gesichert, unter dem ich meine Decke aufschlagen konnte. Von dort aus hat man alles im Blick, und meine Menschen sind erst mal ziemlich lange mit einem Stück der berühmten “Agnes-Bernauer-Torte” dort gesessen. Bei schlechtem Wetter hätten wir auch reingehen können, nur das Tortenbuffet darf ich mir nicht anschauen (versteh’ ich nicht, ist eh alles hinter Glas).

So gestärkt sind wir dann noch in zwei Buchhandlungen gegangen, und haben uns kurz das Einkaufszentrum angesehen. Wir konnten überall zusammen hineingehen und vor dem “Seethaler“, einem der traditionellen Wirtshäuser am Theresienplatz, war sogar ein Wassernapf für unsereins aufgestellt. Wir sind zwar nicht hineingegangen, aber ich habe den gefüllten Napf als Einladung verstanden und bin mir ziemlich sicher, dass wir dort gerne gesehen sind.

Nach dieser Einkaufstour waren alle fix und fertig, da es richtig warm geworden war. Die Menschen haben sich also in der Eisdiele am Stadtplatz (Cortina) noch ein Eis und etwas zu trinken gegönnt, ich habe ein paar Kekse (von meinem Einkauf in Regensburg) bekommen und mich dann im Schatten auf meiner Decke ausgestreckt.

Alles in allem war’s ein schöner Tag mit vielen interessanten Erfahrungen und Gerüchen. Auch wenn uns Regensburg noch etwas besser gefallen hat: Straubing ist auf jeden Fall einen gemeinsamen Ausflug wert.

Infos:

Gratis parken kann man “am Hagen” – von dort aus ist man sehr schnell zu Fuß im Stadtzentrum und kommt auch noch an der einen oder anderen Hundetoilette vorbei.

Links:

Tiergarten Straubing: http://www.tiergarten-straubing.de/

Café Krönner: http://www.kroenner.de/

Einkaufszentrum: http://www.theresien-center.eu/

Hotel/Wirtshaus Seethaler: http://hotel-seethaler.de/

Nationalpark Bayerischer Wald Tierfreigelände

20160403-_MG_3139Dieses Wochenende gab’s einen Ausflug ganz nach meinem Geschmack: irgendwie eine Mischung aus Wald und Zoo. Im Wald sind wir ja oft und im Zoo waren wir auch schon, aber ein Wald, in dem es immer wieder Tiere aus nächster Nähe zu sehen gibt – gigantisch, so was, sag ich euch. Tierfreigelände im Nationalpark Bayerischer Wald – ein sperriger Name, für eine komische Idee  – Menschen …  Da gibt es umzäunte Reviere für die Tiere, die sowieso im Wald wohnen würden. Der Wald wiederum steht unter ganz besonderem Schutz. “Natur Natur sein lassen” nennen die Menschen es, wenn sie wenigstens einen Teil des größten zusammenhängenden Waldgebiets Mitteleuropas in Ruhe lassen. Wenn es nach uns Vierbeinern ginge, müsste man sich die Natur nicht im “Museum” anschauen. Apropos Museum: anders als dort kostet der Eintritt in das Freigehe nichts. Dafür muss man für den Parkplatz bezahlen. Aber zurück zu den Tieren: an den spannendsten Stellen hieß es natürlich wieder “wir müssen draußen bleiben”. Extra “Hundeumleitungen” sind dort angelegt, damit auch wir den Rundweg gehen können, ohne z.B direkt bei den Wildschweinen oder dem Rotwild vorbeizuschauen. Dabei hatte ich sie schon so deutlich in der Nase! Wie gern hätte ich sie durch ihr Minirevier gejagt – keine Chance hätten sie gehabt! Auch bei den Wildkatzen habe ich nur meine Menschen “schau, wie süß, die haben Welpen!” rufen hören, ohne dass ich den Kleinen den nötigen Respekt vor einem Terrier beibringen konnte.

20160403-_MG_3167

Beim Waschbären war das etwas anderes: ich habe ihn genau beobachtet. Aber leider schien er zu wissen, dass ein Gitter uns trennt und hat mir völlig unbeeindruckt die Kehrseite gezeigt. Alles in allem war es aber ein toller Ausflug – kann ich euch nur empfehlen. Auf sehr abwechslungsreichen Waldwegen sind wir 10 km (haben die Zweibeiner am Schluss stolz verkündet – als ob das auch eine Leistung wäre) durch den Urwald gewandert. Gestartet sind wir übrigens beim Nationalparkzentrum Lusen bei Neuschönau. Von dort aus könnte man – neben unzähligen Wanderungen – noch einige andere Sachen anschauen, aber nicht überall sind wir gerne gesehen. Der Baumwipfelpfad z.B. ist für uns tabu. Zum Glück gibt es da aber eine Alternative in St. Engelmar, aber das erzähle ich euch ein anderes Mal. Nachdem wir extremes Glück mit dem Wetter hatten, wollten die Menschen den Frühlingstag unbedingt mit einem Eis ausklingen lassen. Hundeeis gibt es ja in unserer Gegend leider nirgends, drum bekomme ich  meins – selbst gemacht und nur für mich – immer erst zu Hause. Sehr lecker, sage ich euch! Die Menschen waren ähnlich begeistert von ihren Bechern im Eiscafé Venezia in Regen. “Alles frisch gemacht vom Italiener – das schmeckt man einfach”, haben sie geschwärmt. Frisch gemacht von meinen Menschen ist mir lieber. Ich habe mir nach dem langen Tag auf der Terrasse die Frühlingssonne auf den Pelz brennen lassen und von meinem tiefgefrorenen, gefüllten Kong geträumt.

Noch ein paar praktische Tipps zum Schluss:

Für Menschen gibt es auf dem Rundweg zwischen den Gehegen immer wieder WCs. Hundetoiletten gibt es aber nicht. Zudem gibt es im gesamten Nationalpark keine Mülleimer. Es empfiehlt sich also, Hundekotbeutel und geruchsdichte Behältnisse mitzunehmen. Auch eine Brotzeit im Rucksack ist keine schlechte Idee: am Parkplatz gibt es zwar ein Bistro, aber unterwegs ist man Selbstversorger. Wasser für Mensch und Hund sollte – vor allem an warmen Tagen – auch nicht fehlen. Vor begehbaren Volieren können Hunde zum Teil angebunden werden, bei größeren Gehegen gibt es Hundeumleitungen, sodass derjenige, der mit dem Vierbeiner unterwegs ist, problemlos wieder auf den Rest der Gruppe trifft. Hunde sind gerne gesehen, müssen aber selbstverständlich angleint sein. Eine lange Leine mit Geschirr ist hier ideal (es sind nicht kurze Leinen, wie in den meisten Zoos vorgeschrieben).

20160403-_MG_3138

Naviadressen:

Nationalparkzentrum Lusen, Böhmstraße 39, 94556 Neuschönau

Eiscafe Venezia, Am Kurpark, bzw. Auwiesenweg 15, 94209 Regen

Internet:

http://www.nationalpark-bayerischer-wald.de/zu_gast/einrichtungen/npz_lusen/index.htm